Fakten

Der Kreistag Berchtesgadener Land, bestehend aus 61 Mitgliedern unterschiedlicher Fraktionen, Ausschussgemeinschaften und Parteien, hat sich über drei Jahre intensiv mit dem Thema Sanierung oder Neubau des Landratsamtes befasst und dies eingehend beraten.


Folgende Fakten sprechen für eine große Mehrheit des Kreistags für einen Neubau des Landratsamts:

Moderne Arbeitsplätze und ein adäquates Raumkonzept

Wir bauen für unsere Mitarbeiter: Der Neubau schafft zeitgemäße Arbeitsplätze in ausreichender Zahl an einem Standort – für eine offene und kommunikative Arbeitsplatzumgebung. Künftig ist ein hohes Maß an flexiblerem und kommunikativerem Arbeiten gefordert.


Das jetzige Landratsamt wurde einschließlich des Erweiterungsbaus für 248 Mitarbeiter geplant und gebaut – aktuell sind bereits 352 Mitarbeiter im Landratsamt beschäftigt. Fehlende Arbeitsplätze führten bisher zu Auslagerungen in Container und zur Anmietung von Büroflächen außerhalb des Landratsamtes für rund 70 Mitarbeiter. Der Bedarf an Arbeitsplätzen im Landratsamt wird trotz Digitalisierung weiter zunehmen.

Bürgerfreundliche Atmosphäre - Ein neues Zentrum im Landkreis

Mit dem Neubau reduzieren wir Reibungsverluste und schaffen eine bürgerfreundliche und prozessorientierte Atmosphäre ohne ungewollte Interimslösungen. Das bedeutet auch, dass zusammenhängende Fachbereiche auch räumlich zusammenhängen, um Prozess- und Kommunikationsabläufe besser zu gestalten und Reibungsverluste zu minimieren. Das neue Raumkonzept dient Mitarbeitern und Bürgern. Wir bauen für sie und erhöhen damit die Servicequalität und Bürgerfreundlichkeit des Landratsamtes.


Unter anderem wird auf die unterschiedlichen Arbeitsbereiche und Sicherheitsbedürfnisse Rücksicht genommen: Künftig gibt es sogenannte Schalter-Arbeitsplätze für schnelle Erledigungen, Räume für längere und vertrauliche Bürgergespräche und nicht-öffentliche Arbeitsplätze für Zentralfunktionen in der Verwaltung. Wir berücksichtigen bürgerrelevante Themen (digitale Leistungen und Öffnungszeiten).

Zwingender Handlungsbedarf

Das bestehende Gebäude wurde durch renommierte Fachexperten ausführlich untersucht und bewertet. Alle Einschätzungen kommen zu dem Schluss, dass dringender Erneuerungsbedarf an Brandschutz, Fassadendämmung, Heizung, Lüftung, Sanitär, Wasser/Abwasser und Stromversorgung besteht.


Zudem können im Altbau die geltenden Vorgaben der Arbeitsstättenrichtlinien nicht eingehalten werden – dies betrifft unter anderem die vorgeschriebene Raumhöhe.


Der Neubau wird auf dem modernsten Stand in Sachen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit sein. Der Landratsamtsneubau bringt entscheidende Vorteile mit sich, darunter besonders das innovative Energiekonzept, die nachhaltige Holzbauweise und eine Flächenoptimierung.

Langjährige Prüfung und Wirtschaftlichkeit

Der Kreistag hat sich in einem über dreijährigen Prozess für die ökologischste, wirtschaftlichste und sozialste Variante – den Neubau – entschieden, um den dringenden Handlungsbedarf am Landratsamt zu lösen. Eine Generalsanierung und bauliche Erweiterung des bestehenden Landratsamtes ist gegenüber einem Neubau unwirtschaftlich: Die Kosten für eine Generalsanierung mit notwendiger Erweiterung würden nach Expertenberechnungen 94 Prozent der Neubaukosten betragen.


Zudem wäre eine Generalsanierung mit erheblichen Kostenrisiken verbunden, da durch zusätzliche Maßnahmen unvorhergesehene Mehrkosten hinzukommen können. Die Gesamtkosten für einen Neubau belaufen sich nach aktuellen und fundierten Berechnungen durch Fachexperten auf 37,5 Millionen Euro. Eine Generalsanierung und bauliche Erweiterung des Bestandsgebäudes würde 35,2 Millionen Euro kosten.

Keine Interimslösung

Bei einer Sanierung des Bestandsgebäudes müssten die Mitarbeiter für die Zeit der Baumaßnahme ausgelagert werden. Für eine derartige „Interimslösung“ an einem anderen Ort würden Kosten in Millionenhöhe anfallen.


Bei der Variante der Generalsanierung und Erweiterung des vorhandenen Gebäudes müsste der bestehende Baukörper ergänzt und verbreitert werden, was im Übrigen auch bedeuten würde, dass für den größten Teil der Bauzeit lediglich noch der Rohbau dastehen würde (ohne Fenster, teilweise ohne Fußböden). Damit ist ein Arbeiten im bestehenden Gebäude unmöglich und es müssten Zwischennutzungsräume in enormer Zahl angemietet werden.


Neben den zusätzlichen Kosten wären zusätzliche Belastungen für Mitarbeiter und Bürger unvermeidlich. Die Untersuchungen durch entsprechende Fachexperten zeigen zudem, dass eine grundsätzliche Verbesserung der Besucherströme und der Bürgerorientierung bei einer Sanierung nicht erreicht werden könnten.

Innovatives Energiekonzept

Das neue Landratsamt wird überwiegend in Holzbauweise errichtet. Der Landkreis steht auch in der Pflicht, seinen Beitrag zum Klimaschutz durch Energiesparmaßnahmen zu leisten. Mit einem innovativen Energiekonzept und - soweit wie möglich - Eigenstromversorgung durch eine Photovoltaikanlage, setzen wir auf erneuerbare Energien. Erste Gespräche mit den Stadtwerken fanden bereits statt.


Ein Neubau benötigt außerdem aufgrund seines kompakten Baukörpers weniger Grundfläche als das aktuelle Gebäude mit seinen vielen kleinen Seitenflügeln. Das bedeutet auch geringere Heiz-, Strom- Reinigungs- und Gebäudehaltungskosten.

Weniger Grundfläche - weniger Kosten

Ein Neubau benötigt aufgrund seines kompakten Baukörpers weniger Grundfläche als das aktuelle Gebäude mit seinen vielen kleinen Seitenflügeln: rund 400 Quadratmeter überbaute Grundfläche und rund 1.500 Quadratmeter Nutzfläche weniger. Das bedeutet auch geringere Heiz-, Strom-, Reinigungs- und Gebäudeunterhaltungskosten.

Mehr Biodiversität

Der bestehende Grüngürtel wird erhalten und aufgewertet. Am neuen Grundstück des Landratsamts entsteht eine hochwertige Streuobstwiese und es werden über 100 neue Bäume auf dem Areal gepflanzt.


Der Flächenverbrauch (Neubau Landratsamt und Wohnungsbau) wird durch die getroffenen landschaftspflegerischen Maßnahmen deutlich aufgewogen. Die Flächenversiegelung wird durch die Neuplanung um 1.000 Quadratmeter verringert. Wir erhöhen mit diesem Konzept die biologische Vielfalt in erheblichem Maße.

Neuer Wohnraum auf bestehendem Gelände

Gemeinsam mit der Stadt Bad Reichenhall wurde ein tragfähiges und nachhaltiges Konzept für die Gestaltung des Landratsamtsneubaus und eine mögliche Wohnbebauung entwickelt, das für alle einen größtmöglichen Mehrwert bietet. Deshalb arbeiten alle zuständigen Gremien Hand in Hand.


Durch die Nachnutzung des bestehenden Landratsamtsgrundstücks schaffen wir neuen Wohnraum – sozialverträglich, familiengerecht und generationsübergreifend. Bei der künftigen Wohnbebauung ist in enger Abstimmung mit der Stadt Bad Reichenhall ein Wohnungsmix mit Mietwohnungen zu sozialverträglichen Mieten und preisgünstige Eigentumswohnungen vorgesehen. Dazu finden bereits erste Gespräche mit dem Wohnbauwerk im Berchtesgadener Land GmbH und der städtischen Bad Reichenhaller Wohnbau GmbH statt. Damit ist sichergestellt, dass die neue Wohnbebauung kein Spekulationsobjekt wird.


Erste Ideen sowohl für den Neubau des Landratsamts als auch für die künftige Wohnbebauung wurden bereits in einem Städtebaulichen und Landschaftsplanerischen Ideenwettbewerb ausgearbeitet.


Einrichtungen für Kinder und/oder Senioren, Nahversorgung für die Bewohner und eine adäquate Verkehrsanbindung werden derzeit intensiv geprüft. Im laufenden Bauleitplanverfahren der Stadt Bad Reichenhall konnten sich alle Bürgerinnen und Bürger mit ihren Anregungen bereits einbringen.


Auch aus den Reihen der Besucher des ersten offenen Dialogforums gab es Anregungen, besonders zu den Themen Verkehrserschließung, zur Grünflächengestaltung, zum Lärmschutz sowie zum neuen geplanten Bahnhaltepunkt. Diese Impulse werden nun auf eine Integration in das Konzept hin geprüft.

Direkte Anbindung - sinnvolles Verkehrskonzept

Das neue Quartier erhält eine kurzläufige, direkte Anbindung an die Citybuslinie und – mit einer geplanten Unterführung unter der B 20 – an den geplanten Bahnhaltepunkt Bad Reichenhall-Nord.


Das erste offene Dialogforum hat bereits neue Impulse zur Verkehrsplanung aus den Reihen der Bürger gebracht, die auf eine Integration in das Konzept hin geprüft werden.

Kontakt

Pressestelle