Schalldämpfer

Grundsätzlich ist in Bayern die Jagd unter Verwendung von Schusswaffen mit Schalldämpfern verboten. Ausnahmen von diesem Verbot können in begründeten Einzelfällen zugelassen werden.

 

Durch den Schussknall bei der Jagdausübung können gesundheitliche Beeinträchtigungen beim Hörvermögen ausgelöst werden.


Grundsätzlich entsteht bei jedem Schuss mit zur Bejagung auf Schalenwild gesetzlich vorgeschriebener Munition eine extreme Lärmemission, welche sich zum einen aus dem Mündungsknall und zum anderen aus dem Überschallknall zusammensetzt. Der Mündungsknall beschreibt das Geräusch, wenn heiße Pulvergase explosionsartig die Mündung verlassen. Der Überschallknall entsteht, wenn das Projektil die Schallmauer durchbricht.


Dabei entstehen Lärmspitzen mit bis zu 150 – 165 dB(A). Im Vergleich dazu beträgt der von einem Verkehrsflugzeug in sieben Meter Abstand erzeugte Schalldruck 120 dB(A) und der Lärm eines Düsenjägers in sieben Meter Abstand 130 dB(A). Bei einem Schalldruck von 130 dB(A) liegt nach Aussage des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (siehe hierzu Internetauftritt des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit zum Thema "Was ist Lärm?") auch die menschliche Schmerzgrenze. Lärmeinwirkungen von ca. 150 bis 165 dB (A) am Ohr des Jägers liegen damit darüber.


Ein Schalldämpfer kann zwar nur den Mündungsknall unterdrücken, er reduziert aber den Schalldruck dennoch um bis zu ca. 30 dB(A). Dieser Knall ist dann immer noch sehr laut und nahe der Schmerzgrenze für das Gehör, aber als Einzelschallereignis nicht mehr so schadhaft. Zudem ist Gehörschutz am Ohr nicht für alle Jäger und Jagdarten geeignet. Außerdem wird dadurch das Problem der Umweltbelastungen (Treiber, Hundeführer, Hunde, Anwohner, Erholungsverkehr, etc.) nicht reduziert.  


Gemäß Art. 29 Abs. 2 Nr. 7 Bayerisches Jagdgesetz ist es allerdings unter anderem verboten, die Jagd unter Verwendung von Schusswaffen mit Schalldämpfern auszuüben. Im Rahmen einer verfassungskonformen Auslegung der jagd- und waffenrechtlichen Bestimmungen werden jedoch ab sofort Anträge von Jägern aus Gründen des Gesundheitsschutzes nach Art. 29 Abs. 3 Nr. 2 Bayerisches Jagdgesetz genehmigt. Dazu genügt ein schriftlicher Antrag wie er unter dem Reiter „Formulare“ abgelegt ist. Zusätzliche Nachweise, wie z. B. ein ärztliches Attest, sind nicht erforderlich.    


Die untere Jagdbehörde im Landratsamt Berchtesgadener Land ist, was die Ausnahmegenehmigung für Schalldämpfer anbelangt, für Sie die zuständige Behörde, wenn Sie im Landkreis Berchtesgadener Land Ihren gewöhnlichen Aufenthalt, also Hauptwohnsitz haben.


Der Geltungsbereich der jagdrechtlichen Genehmigung erstreckt sich auf Bayern. Die Verwendung von Schalldämpfern ist in den Jagdgesetzen der anderen Bundesländer unterschiedlich geregelt. Es empfiehlt sich gegebenenfalls den Einsatz dort vorab zu klären.

Häufig gestellte Fragen

Die Gebühren für die Erteilung der Genehmigung zur Verwendung von Schalldämpfern zur Jagdausübung betragen 25 Euro. Gesondert hinzu kommen noch die Gebühren für die waffenrechtliche Behandlung wie Eintrag in die Waffenbesitzkarte.

Die von uns ausgestellte Ausnahmegenehmigung gilt nur für Bayern, da das Verbot der Verwendung von Schalldämpfern zur Jagdausübung in den jeweiligen Jagdgesetzen der einzelnen Bundesländer geregelt ist.


Die für die Verwendung von Schalldämpfern notwenigen waffenrechtliche Erlaubnisse  gelten bundesweit. Ob ein waffenrechtlicher erlaubter Schalldämpfer auch tatsächlich in einem anderen Bundesland zur Jagd verwendet werden darf, regelt eben das jeweilige Landesjagdrecht und ist vom Jäger zusätzlich zu beachten.

Neben der Genehmigung nach dem Bayerischen Jagdgesetz ist noch der Eintrag in die Waffenbesitzkarte vorzunehmen. Dazu wenden Sie sich bitte vor Erwerb des Schalldämpfers an die Waffenbehörde im Landratsamt Berchtesgadener Land, denn der Schalldämpfer ist, wie Kurzwaffen auch, per Voreintrag in die Waffenbesitzkarte aufzunehmen.

Nein, die jagdliche Ausnahmegenehmigung erlaubt Ihnen grundsätzlich die Jagd unter Verwendung von Langwaffen mit Schalldämpfern. Sie können daher zu einem späteren Zeitpunkt weitere Schalldämpfer erwerben und mit dieser Genehmigung nutzen.


Die einzelnen Schalldämpfer werden aufgrund dieser jagdlichen Genehmigung separat von der Waffenbehörde erfasst. Erst hier müssen Sie die Daten der einzelnen Schalldämpfer angeben. Hierzu wenden Sie sich bitte an die Ansprechpartner im Bereich "Waffenrecht".

Nein, es genügt ein schriftlicher Antrag (PDF). Zusätzliche Nachweise, wie z. B. ein ärztliches Attest, sind nicht erforderlich.

Es ist nicht erforderlich, dass der jagdrechtliche Genehmigungsbescheid bei der Jagdausübung mitgeführt wird. Auch ein Eintrag in den Jagdschein erfolgt nicht. Als Nachweis zur legalen Nutzung von Schalldämpfern genügt es, wenn Sie neben dem Jagdschein die Waffenbesitzkarte, in der Ihre Schalldämpfer eingetragen sind, mitführen.