Reisen mit der Bahn im Berchtesgadener Land

Mit drei Bahnstrecken und 11 Bahnhaltestationen ist das Berchtesgadener Land gut an den Schienenverkehr angebunden. Seit Dezember 2014 wird als 12. Bahnstation neu der Haltepunkt Freilassing-Hofham bedient. 

 

Zentralen Zugang zum eigenwirtschaftlichen Schienenfernverkehr erhält man am Bahnhof Freilassing, der auf der Bahnstrecke München - Salzburg im Zweistundentakt von zahlreichen Fernverkehrszügen bedient wird. Unter den Fernverkehrszügen ist besonders der IC Königssee hervorzuheben, der täglich die Verbindung Berchtesgaden – Hamburg Altona zeitgleich in beiden Fahrtrichtungen je einmal umsteigefrei bedient. Zwischen Berchtesgaden und Freilassing hat der IC Königssee den Status eines Nahverkehrszugs mit Bedienung aller Unterwegshalte. 

 

Vom Knotenbahnhof Freilassing aus bieten Nahverkehrszüge Direktverbindungen bis nach Berchtesgaden (stündlich), Bad Reichenhall Hbf (halbstündlich) München Hbf (stündlich), Landshut Hbf (zweistündlich), Salzburg Hbf (tagsüber mindestens halbstündlich) und darüber hinaus u.a. bis Golling - Abtenau bzw. Schwarzach - St. Veit im Land Salzburg. Der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) in Bayern wird von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft bestellt und organisiert. 

 

Die in Freilassing haltenden Fernverkehrszüge werden von der Deutschen Bahn (DB) und den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) betrieben, die Nahverkehrszüge von der Bayerischen Oberlandbahn (BOB, Produkt MERIDIAN), der Berchtesgadener Land Bahn (BLB), und der Südostbayernbahn (SOB).  

 

Während früher die Deutsche Bundesbahn für nahezu alle Fragen rund um das Thema Eisenbahn verantwortlich war, ist heute die Frage der Zuständigkeit nach Umsetzung von Regionalisierung und Wettbewerb eine sehr komplexe Angelegenheit geworden. Grundsätzlich ist hier zwischen Betrieb (Güter-, Nah- und Fernverkehr) und Infrastruktur (Haltestationen, Gleiskörper, Betriebs- und Informationseinrichtungen) zu unterscheiden.

Häufig gestellte Fragen

An allen Bahnhaltestationen zeigen dynamische Schriftanzeiger kurzfristige Fahrplanänderungen an, ansonsten ist im Regelbetrieb (einschließlich Verspätungen bis zu 5 Minuten) die Uhrzeit abzulesen.Im Internet werden im Bayern-Fahrplan bzw. bei der DB auch kurzfristig auftretende Fahrplanabweichungen (Echtzeitinformationen) mitgeteilt. 


Das verkehrsmittelübergreifende DB Auskunftsportal Qixxit zeigt alle Verbindungsalternativen von Tür zu Tür an.

Das kommt mittlerweile ganz auf die gewählte Zugverbindung an. Je nach Zuggattung und Zugbetreiber stehen hierfür zahlreiche Möglichkeiten zu Verfügung, vom klassischen Fahrkartenschalter über Fahrscheinautomaten und Internetkauf bis hin zum Zugbegleitpersonal. Grundsätzlich erhält man bei personenbedientem Verkauf auch eine Bestpreisberatung, während man bei automatisierten Verkaufsvorgängen auch selbst einen Überblick über die in Frage kommenden Tarifprodukte benötigt.

Wenn keine von zahlreich angebotenen Fahrpreisermäßigungen zur Verfügung steht, dann sind Einzelfahrscheine relativ teuer. Hier muss man wissen, dass der Betrieb von Fernverkehrszügen nicht bezuschusst wird und die Länder nur über sehr begrenzte Budgets für die Bestellung von Nahverkehrszügen verfügen. Fakt ist auch, dass der Betreiber eines Personenzuges auf bundeseigenen Bahnstrecken für jeden Zughalt eine Stationsgebühr und für jede Zugfahrt eine Trassengebühr zahlen muss. Allein die Stationsgebühr für einen Zughalt an einem Kategorie-1-Bahnhof, wie z.B. München Ost, kostet mit 19,99 Euro soviel wie ein Fernbusticket München - Prag ab 19 Euro (Stand August 2014). Linienbusse brauchen in Deutschland i.d.R. für die Straßennutzung keine Maut und für das Bedienen von Haltestellen keine Nutzergebühren zahlen.

Hier kommt es auf das konkrete Anliegen an. In betrieblichen Angelegenheiten (z.B. Fahrzeuge, Tarif, Zugpersonal, Verspätungen) ist vorrangig das betreffende Eisenbahnverkehrsunternehmen der richtige Ansprechpartner. Für die Ausstattung und Barrierefreiheit an den Bahnstationen ist die DB Station & Service AG verantwortlich. Die Fahrplangestaltung ist in Bayern ein Zusammenspiel von Bayerischer Eisenbahngesellschaft (Finanzierung), DB Netz AG (betriebliche Möglichkeiten) und den beteiligten Eisenbahnverkehrsunternehmen (Wirtschaftlichkeit).  


Beschwerden können neben den betreffenden Eisenbahnverkehrsunternehmen auch an die Bayerische Eisenbahngesellschaft

per Post an
Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH
Boschetsrieder Straße 69
81379 München

per E-Mail
kontakt(at)bahnland-bayern.de

oder

Telefon +49 89 748825 0

herangetragen werden.

Für den vollständigen barrierefreien Ausbau aller Bahnstationen im Berchtesgadener Land braucht man einen langen Atem. Knackpunkt ist wie sooft die Finanzierungsfrage. Weil nicht alle Bahnstationen von Bund und Ländern gleichzeitig verbessert werden können, werden Prioritäten festgelegt und die notwendigen Maßnahmen nacheinander je nach Mittelverfügbarkeit abgearbeitet. 

Im Auftrag des Freistaats Bayern bestellt und finanziert die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) den Schienenpersonennahverkehr in Bayern. Die für den Schienennahverkehr verfügbaren Mittel werden immer stärker durch die stetig steigenden Nutzungsgebühren für Trassen und Stationen aufgebraucht. Deshalb wird der Spielraum für die Bestellung von Angebotsverdichtungen (zusätzliche Zugfahrten) immer geringer, sofern nicht zusätzliche Haushaltsmittel für die Stärkung des unschlagbar umweltfreundlichen Verkehrsträgers Schiene deutlich aufgestockt werden.   

Der Landkreis hat jeweils mit der Berchtesgadener Land Bahn, mit den Österreichischen Bundesbahnen sowie mit der Südostbayernbahn Vereinbarungen zur pauschalen Abgeltung der kostenfreien Radbeförderung in den Zügen dieser Eisenbahnverkehrsunternehmen abgeschlossen.

Nähere Infos für das Berchtesgadener Land: Fahrradbeförderung mit der Bahn (PDF)

Ein Tarifverbund setzt voraus, dass es eine Stelle gibt, die für eine neutrale Einnahmenaufteilung zwischen den Verkehrsunternehmen sorgt. Diese Einnahmenaufteilung ist mit hohen einmaligen Investitionskosten und laufenden Betriebskosten verbunden, für die eine dauerhafte Finanzierungsbasis ohne nachteilige Fahrpreiserhöhungen gefunden werden muss. Aktuell laufen Gespräche für die Entwicklung einer überregionalen Lösung innerhalb der EuRegio Salzburg – Berchtesgadener Land – Traunstein. Je größer ein Tarifverbundgebiet ist, umso geringer fallen die mit der Einnahmenaufteilung verbundenen Zusatzkosten je Fahrgast aus. 


Im Frühjahr 2016 wurden im Rahmen eines zu 75 % von der EU finanzierten Interreg-Kleinprojekts die derzeitige Situation sowie die Rahmenbedingungen für einen grenzüberschreitenden EuRegio-Verkehrsverbund/Tarifverbund analysiert. » weitere Infos