Stütz- und Förderklasse Berchtesgadener Land

Im Rahmen der Dialogforen zur Bewerbung zur Bildungsregion 2016 wurde der Bedarf einer Stütz- und Förderklasse (SFK) erkannt und zum November 2017 eingerichtet.


Die SFK ist ein Projekt der Bildungsregion Berchtesgadener Land in Kooperation mit folgenden Partnern:

  • dem Sonderpädagogischen Förderzentrum St. Zeno (schulische Leitung),
  • dem Staatlichen Schulamt Berchtesgadener Land,
  • dem Amt für Kinder, Jugend und Familien im Landratsamt Berchtesgadener Land
  • sowie Startklar Soziale Arbeit Oberbayern gGmbH
  • Projektträger ist die Bildungsregion Berchtesgadener Land

Aufnahmevoraussetzungen in die SFK

Die Aufnahme neuer Schüler für die Stütz- und Förderklasse erfolgt nach einem definierten Aufnahmeverfahren durch eine Meldung ans Förderzentrum oder Jugendamt.


Aufnahmevoraussetzungen sind in der Konzeption und im Flyer beschrieben, unter anderem sind dies Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Bereichen psychischen Auffälligkeiten und extremen Verhaltensstörungen, gravierenden Störungen im sozialen und emotionalen Entwicklungsbereich, aggressiv und destruktiv ausagierende Verhaltensweisen, depressiv gehemmtes Verhalten und/oder Angstproblematik, ausgeprägte Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen oder auch Kinder aus traumatisierenden Familien- und sonstigen Belastungssituationen.


Zusammensetzung Personal SFK-Team:

  • Sonderschullehrer/in (22 Wochenstunden; Klassenleitung)
  • Heilpädagoge/in (15 Wochenstunden)
  • 2 Sozialpädagogen (je 30 Wochenstunden)
  • Psychologe/in mobiler psychologischer Fachdienst (max. 6 h pro Kind bzw. Familie)

„Integratives Modell“ als Leitlinie der Konzeption

Der Unterricht erfolgt nach Wochenplan, individualisiert je nach Lernstand des Schülers und unter Nutzung der Gemeinschaftseinrichtungen der beherbergenden Schule. Nach einem gemeinsamen Mittagessen liegt am Nachmittag der Schwerpunkt auf individueller Lernförderung, körperlichen Aktivitäten und kreativem Erleben am Nachmittag. Wenn es dann situationsbedingt nötig wird, werden die Schüler aus der Schulsituation herausgenommen und in dem separaten SFK Raum betreut und „gestützt“.


Bislang waren die Schülerinnen und Schüler separiert und wurden ganztags in der Gruppe beschult sowie betreut. Mit dem Umzug ans Förderzentrum St. Zeno erfolgt im sogenannten „Integrativen Modell“ eine starke Einbindung in einen Schulalltag. Nach einem gemeinsamen Start der SFK-Schüler am Morgen werden die Schüler in den jeweiligen Klassen mit Unterstützung des SFK-Teams beschult. Zusätzlich zu der Betreuung in Krisensituationen führt das SFK-Team ein Sozialtraining, Therapieklettern und Einheiten mit einem Schulhund durch.


Positive Effekte der Konzeption waren bereits zu Beginn des Schuljahres 2020/21 erkennbar: die Schüler haben in den Schülern des Förderzentrums positive Vorbilder, nehmen soweit möglich aktiv und integriert am Schulleben teil und nutzen dabei die Einrichtungen und Möglichkeiten in und um das Förderzentrum. Eine verantwortbare und baldige Reintegration in eine allgemeine Schule oder ein Förderzentrum (flexible Ein- und Ausschulung) innerhalb von zwei Jahren ist vorgesehen.

 

Stimmen der Projektpartner

Die Übergangszeit bis zum Bezug der neuen Räumlichkeiten im Förderzentrum St. Zeno wird zur Verfestigung des „Integrativen Modells“ genutzt; die Konzeption wird derzeit entsprechend umgeschrieben.


Alle Projektpartner haben sich für das Modell einer Stütz- und Förderklasse ausgesprochen und betonen den Bedarf einer derartigen Einrichtung für den Landkreis:


Heike Dufey-Spannring (Schulleitung Förderzentrum):

„Den Schülern tut es sehr gut, positive Vorbilder in ihren Mitschülern bei uns im Haus zu sehen und am Schulalltag teilzunehmen.“


Susanne Aigner, Pädagogisches Team (Startklar Soziale Arbeit):

„Am SFZ können wir die Kinder gezielt fördern, vor allem auch im Nachmittagsbereich, hier findet dann z.B. Sozialtraining oder Therapieklettern statt sowie Einheiten mit einem Schulhund.“

 

Ute Schöbel (Jugendamt):

„Die SFK gibt den Kindern eine Chance, ohne stationäre Unterbringung eine Schullaufbahn bei uns im Landkreis zu haben; der Bedarf einer derartigen Einrichtung ist stark gegeben.“

 

Katharina Heyking (Koordinatorin Bildungsregion):

„Dem Landkreis ist es sehr wichtig, dieses spezielle Angebot anzubieten – für uns als Bildungsregion gilt, jedem Kind eine Chance zu ermöglichen.“


Der im Oktober 2017 gefasste Beschluss des Kreistages zur Einrichtung der Stütz- und Förderklasse bewilligte Gelder im Haushalt der Bildungsregion bis zum Ende des Schuljahrs 2020/21 – damit steht der Beschluss an, die Stütz- und Förderklasse zu verlängern und damit die SFK fest zu etablieren (Ausschreibung bis Ende Schuljahr 2024/25). Dadurch ist nach momentanem Planungsstand gewährleistet, dass dann zwei volle Schuljahre in den neuen Räumlichkeiten genutzt wurden, um in der Folge eine langfristige Planung und feste Etablierung der Stütz- und Förderklasse zu beraten.