Informationen zum Wolf im Landkreis BGL

Woher kommen die Wölfe zu uns

Bayern liegt genau im Wanderkorridor mehrerer größerer Populationen, der Zentral-Europäischen Population (ca. 1.000 Wölfe), der Karpaten Population (ca. 4.000 Wölfe) und der Alpen Population (ca. 400 – 550 Wölfe) - (© 2011-2021 CHWOLF).


Seit 2006 konnten in Bayern immer wieder Wölfe nachgewiesen werden, meist einzelne durchwandernde Tiere, die von Rudeln aus dem südwestlichen Alpenbogen, aus Nord-Ost-Deutschland oder der Grenzregion Bayersicher Wald – Böhmerwald stammen. Nach Bayern können also jederzeit Wölfe zu- oder durchwandern, wobei einzelne Individuen auf der Suche nach einem eigenen Territorium täglich im Durchschnitt 50 bis 70 km zurücklegen (© Bayerisches Landesamt für Umwelt 2021).

Gesicherte Nachweise nicht standorttreuer Wölfe im Landkreis

Den ersten gesicherten Einzelnachweis eines Wolfes (genetische Untersuchung von Losung) im Landkreis gab es am 05.01.2021. Dabei handelt es sich um ein Tier aus der Alpenpopulation. Ein weiterer gesicherter Nachweis erfolgte am 01.11.2021 nach einem Nutztierriss (genetische Untersuchung durch Rissabstrich), ebenfalls ein Tier aus der Alpenpopulation. Ob es sich bei beiden Nachweisen um dasselbe Individuum handelt, kann nicht bestätigt werden. Der letzte bestätigte Übergriff eines Wolfes auf Schafe im Landkreis erfolgte am 19.12.2021.


Die aktuellsten Meldungen finden Sie unter folgendem Link des Bayerischen Landesamtes für Umwelt:


Ein Wolf gilt als standorttreu, wenn dieser über einen Zeitraum von mehr als 6 Monaten nachgewiesen wird oder eine Reproduktion belegt ist. Der Landkreis Berchtesgadener Land zählt bislang noch nicht zu den Regionen in Bayern, in denen standortreue Wölfe nachgewiesen wurden.

Meldung von Wolfshinweisen/Nutztierrissen

Sichtbeobachtungen, Spuren, Fotos, etc. melden Sie bitte über ein Meldeformular (PDF) dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU), der Polizei oder bei der unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt.

Ansprechpartnerinnen/Ansprechpartner am LfU:
Täglich (auch am Wochenende) 10:00 – 16:00 Uhr
Referat Landschaftspflege, Wildtiermanagement
Telefon: +49 9281 1800 4640
E-Mail: fachstelle-gb@lfu.bayern.de


Nutztierrisse, die durch einen großen Beutegreifer entstanden sein könnten, melden Sie bitte umgehend telefonisch an das LfU unter folgender Rufnummer:

Telefon: +49 9281 1800 4640
täglich (auch am Wochenende) 10:00 - 16:00 Uhr.


Außerhalb der angegebenen Zeiten muss die Meldung an die örtliche Polizeidienststelle erfolgen.


Im Schadensfall belassen Sie bitte unbedingt den Kadaver am Fundort, dokumentieren diesen wenn möglich mit Fotos und schützen Sie Kadaver und eventuell vorhandene Fährtenabdrücke vor Witterung (Eimer, Planen) und anderen Tieren (Hund, Fuchs). Je schneller die Meldung erfolgt und je besser die Sicherung der Örtlichkeit des Tierrisses, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer sicheren Bestimmung der Todesursache und desto besser sind die Voraussetzungen für eine Entschädigung.


Weitergehende Informationen zum Ablauf der Dokumentation bei Hinweisen auf große Beutegreifer gibt es unter Meldung von Hinweisen auf Wolf, Luchs oder Bär - LfU Bayern.

Entschädigung für Nutztierrisse durch Wölfe

Die Schäden betroffener (Nutz-)tierhalter werden im Zuge der „Ausgleichsregelung Große Beutegreifer“ auf freiwilliger Basis zu 100% durch den Freistaat Bayern ausgeglichen. Die in der Regelung festgelegten Ausgleichssätze werden regelmäßig durch das Landesamt für Umwelt (LfU) in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) überprüft und entsprechend angepasst.


Für weitere Fragen rund um die Ausgleichsregelung ist das Bayerische Landesamt für Umwelt zuständig.

Präventionsmaßnahmen als Voraussetzung für Ausgleichszahlungen

Präventionsmaßnahmen haben grundsätzlich Vorrang vor einem Schadensausgleich, den ein betroffener Nutztierhalter auch nur dann erhält, wenn er zuvor entsprechend angemessene und zumutbare Maßnahmen zum Schutz vor Wolfsangriffen umgesetzt hat (europarechtlicher Grundsatz). Diese Voraussetzung wird allerdings erst dann wirksam, wenn das LfU eine Gebietskulisse zum Wolfsvorkommen ausweist und dort einen so genannten Grundschutz (siehe Merkblatt zur FöRIHW) definiert. Die Umsetzung von Schutzmaßnahmen ist dann innerhalb eines Jahres durchzuführen, um auch weiterhin Anspruch auf Ausgleichszahlungen zu haben.


Herdenschutzberatungen rund um das Thema Zäunung können beim Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten (AELF) Traunstein angefragt werden, für Beratungen zum Thema Herdenschutzhunde ist das LfU zuständig (E-Mail: fachstelle-gb@lfu.bayern.de, Telefon: +49 9281 1800 4648).

Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Traunstein
Schnepfenluckstraße 10
83278 Traunstein

Telefon: +49 861 7098 0
E-Mail: poststelle@aelf-ts.bayern.de

Förderkulissen für Zäune und Herdenschutzhunde

Auf Grund aktueller Wolfsereignisse im Landkreis Berchtesgadener Land sowie im Landkreis Traunstein, liegen für einige Gemeinden aktuell entsprechende Förderkulissen vor. Diese sind sowohl auf der Website des LfU, als auch im „BayernAtlas“ (Anleitung unter https://www.lfu.bayern.de/natur/wildtiermanagement_grosse_beutegreifer/herdenschutz/herdenschutz_wolf/index.htm?lang=de) digital verfügbar. Zuwendungen im Rahmen der FöRIHW gelten ausschließlich in den hier veröffentlichten Förderkulissen.

Kontakt

Herr Kringer

Herr Klar

Biodiversitätsberater

Herr Marchner

Fachlicher Naturschutz für Ainring, Anger, Berchtesgaden, Freilassing und Schönau a. Königssee

Frau Prantl

Fachlicher Naturschutz für Bad Reichenhall, Bayerisch Gmain, Bischofswiesen, Marktschellenberg und Ramsau

Frau Rauscher

Fachlicher Naturschutz für Laufen, Piding, Saaldorf-Surheim, Schneizlreuth und Teisendorf