Gutachterausschuss

Die Institution des Gutachterausschusses wurde erstmals im Juni 1960 geschaffen mit Inkrafttreten des damaligen Bundesbaugesetzes; gleichzeitig erfolgte damals die Abschaffung der Preisstopp-Verordnung aus dem Jahr 1936, durch die der Staat das Grundstücksmarktgeschehen regeln wollte. Die gesetzlichen Vorschriften sind in den §§ 192 bis 199 des Baugesetzbuches geregelt sowie in den aufgrund des Baugesetzbuches erlassenen Verordnungen, wie z.B. der aktuellen Immobilienwertermittlungsverordnung und einer Reihe anderer Verordnungen.

Seit Juni 1960 gibt es also für jeden Landkreis in Deutschland einen unabhängigen Gutachterausschuss für Grundstückswerte.  


Die Gutachterausschüsse haben die Aufgabe, den Grundstücksmarkt transparent zu machen für alle Beteiligten (Bürger, Behörden, Gericht, u.ä.).


Zu diesem Zweck übersenden die Notare jede Kauf-Urkunde über ein (unbebautes oder bebautes) Grundstück in Abschrift an den Gutachterausschuss.


Der Gutachterauschuss wertet die Urkunden aus und erfüllt damit seine Pflichtaufgaben, wie insbesondere  

  • Führung der Kaufpreissammlung:
    Hierbei werden folgende Kategorien unterschieden:
    • unbebaute Baugrundstücke
    • unbebaute land- und forstwirtschaftliche Grundstücke
    • bebaute Grundstücke, wie z.B. Einfamilien-, Zweifamilien-, Mehrfamilien-Häuser
    • Eigentumswohnungen bzw. Miteigentumsanteile 
  • Ermittlung der Bodenrichtwerte alle 2 Jahre  
  • Ermittlung von Umrechnungskoeffizienten, Vergleichsfaktoren, Liegenschaftszinssätzen, u.a.
  • Erstellung von Verkehrswertgutachten in besonderen Fällen.  


Der Gutachterausschuss besteht kraft Gesetzes aus dem Vorsitzenden, der Geschäftsstelle, sowie einer Mehrzahl von ehrenamtlichen Mitgliedern. Pflichtmitglied ist ein juristischer Staatsbeamter sowie Vertreter des Finanzamtes (bei der Ermittlung der Bodenrichtwerte).  


Im Gutachterausschuss des Landkreises Berchtesgadener Land ist auch der Leiter des Vermessungsamtes und als ehrenamtliches Mitglied bestellt.