Handlungsfeld Gesundheitsförderung & Prävention

Im Handlungsfeld „Gesundheitsförderung und Prävention“ geht es darum, bestehende Angebote zu erfassen, zukunftsgerichtete Angebote zu entwickeln sowie eine entsprechende Vernetzung zu ermöglichen. Dabei sollen die Transparenz und Wahrnehmung bestehender Angebote gesteigert und bedarfsorientierte Angebote in den Lebenswelten der Bürgerinnen und Bürger entwickelt werden. Hierbei spielen die übergreifenden Themen gesundheitliche Chancengleichheit, Stärkung von Gesundheitsressourcen als auch der Lebenswelt-Ansatz mit Verhaltens- und Verhältnisorientierung und Partizipation eine Rolle.

 

Die vorrangigen Themen und Ziele im Handlungsfeld „Gesundheitsförderung und Prävention“ sind:

  • Bewegungsförderung von Jung und Alt
  • Gesunde Ernährung mit Genuss
  • Sensibilisierung für bestimmte Gesundheitsthemen


Zur Bearbeitung haben sich Unterarbeitsgruppen zu den Zielgruppen „Kinder, Jugendliche und Familien“ und „Erwachsene und Senioren“ gebildet, die sich mit Themen zum Gesunden Aufwachsen und Gesunden Älterwerden beschäftigen. In den Arbeitsgruppen entstehen Ideen, die in die praktische Arbeit der einzelnen Akteure einfließen können. Zahlreiche Gruppierungen in den Kommunen, die oftmals von bürgerschaftlichen Engagement getragen werden, setzen sich für ein gesundes Umfeld der Bevölkerung im Berchtesgadener Land ein.


Es werden Projekte auf den Weg gebracht und Veranstaltungen organisiert, die die Bevölkerung für spezielle Gesundheitsthemen sensibilisieren soll.


Im Folgenden werden Maßnahmen vorgestellt, die zur Zielerreichung beitragen sollen:

Das Gemeinschaftsprojekt der Technischen Universität München und des Landkreises Berchtesgadener Land zielt darauf ab, die Schülerinnen und Schüler aller Schularten in ihren Schulen im Landkreis für ihre eigene Fitness zu sensibilisieren und zu mehr Bewegung zu motivieren. Einmal im Jahr ist ein Praktikantenteam aus Studenten der Sport- und Gesundheitswissenschaften der TU München vor Ort an den teilnehmenden  Schulen, um mit den Schülerinnen und Schülern sportmotorische Fitnesstests durchzuführen. Dabei gelingt es den Studenten, sportliche Begeisterung auszulösen und Freude an Bewegung zu vermitteln.


Die Ergebnisse erhalten die Schülerinnen und Schüler in Form einer Urkunde. Darüber hinaus erhalten die Lehrerinnen und Lehrer Trainingsmaterial mit altersgerechten Übungen zur Fitnesssteigerung, die sowohl zu Hause als auch im Klassenzimmer durchgeführt werden können. Die wiederholte, jährliche Durchführung soll die Schülerinnen und Schüler dazu motivieren, ihr Fitnesslevel zu halten oder zu verbessern.


Gefördert wird das Projekt von der Berchtesgadener Landesstiftung.


In den im Rahmen des Projekts stattfindenden Informationsveranstaltungen werden weitere Programme zur Gesundheitsförderung an Schulen vorgestellt.


Ein weiteres Ziel, das aus den ersten Ergebnissen der sportmotorischen Tests von „Fit & clever“ hervorgeht, ist die Förderung von Vereinsmitgliedschaften für Kinder und Jugendliche. Die Arbeitsgruppe setzt sich mit der Frage auseinander, wie auch Kinder aus sozial schwachen Familien ins Vereinsleben integriert werden können und entwickelt mögliche Maßnahmen. 

Laut Statistiken der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes nehmen die Ertrinkungsunfälle zu. Aus einer Bedarfsabfrage bei den Grundschulen im Landkreis hat sich ergeben, dass die Anzahl von Nichtschwimmern in der Grundschule steigt, sodass passende Modelle zur Schwimmförderung für einzelne Einrichtungen (Grundschulen und/oder Kindertageseinrichtungen), die Unterstützungsbedarf gezeigt haben, erarbeitet werden. Denkbar sind auch Kooperationen zwischen Kindertageseinrichtungen und Schulen.


Durch die Vernetzung und Kommunikation konnte bereits die Teilnahme einer Schule aus dem Landkreis am bayernweiten Projekt „Sichere Schwimmer“ der DLRG und der AOK realisiert werden. Schwimmtrainer des Ortsverbandes Teisendorf der DLRG unterstützen dabei die Grundschule im Rahmen des Schwimmunterrichts. 

Im November 2016 stand das Thema Psychische Gesundheit im Mittelpunkt. Die Ausstellung „Kindersprechstunde“, die vom Bayerischen Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung zum Jahresschwerpunkt des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege entwickelt wurde, war im Foyer des Landratsamtes zu besichtigen.


Die Ausstellung verdeutlicht die Situation, in der sich Kinder psychisch kranker Eltern befinden und zeigt, dass schon Kinder psychische Störungen entwickeln können. Darüber hinaus motiviert sie, den Kindern beizustehen und ihre Ressourcen zu fördern, um auch ihnen ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen.


Neben einer Ausstellungseröffnung, bei welcher der Bericht zur psychischen Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen in Bayern vorgestellt wurde, fand auch ein Themenabend durch Unterstützung der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft Berchtesgadener Land statt. Unter dem Motto „Bausteine für unsere psychische Gesundheit“ berichteten die Referentinnen und Referenten über gesundheitliche Ressourcen, das Entstehen psychischer Störungen und Behandlungsmethoden. Anlaufstellen zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen im Landkreis Berchtesgadener Land mit niedrigschwelligen Unterstützungs- und Hilfsangeboten wurden dargestellt. Vorrangiges Ziel war es, das sensible Themenfeld psychischer Leiden aus der Tabuzone herauszuholen.


Bei der Zielgruppe Erwachsene steht das Krankheitsbild Depression im Mittelpunkt. Durch die Kampagne „Bitte stör mich – Aktiv gegen Depression“ des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege soll dem Thema mehr Aufmerksamkeit und Achtsamkeit gegenüber gebracht werden.

Das Thema Barrierefreiheit spielt im Zuge des demographischen Wandels im Landkreis Berchtesgadener Land eine wesentliche Rolle. Bei jeglichen Neu- und Umbaumaßnahmen wird der Barrierefreiheit hohe Bedeutung zugemessen. Auch im Öffentlichen Personennahverkehr wird Barrierefreiheit angestrebt.


Die Gemeinden sind mit den Experten zur Barrierefreiheit bereits gut vernetzt. Unterschiedliche Akteure setzen sich für die Barrierefreiheit ein. Beispielsweise verfolgen diese mit Unterstützung des VdK Kreisverbandes Berchtesgadener Land im Rahmen der landesweiten Kampagne „Weg mit den Barrieren“ eine barrierefreie Umgebung in unserem Landkreis. Auf gemeindlicher Ebene fanden Aktionen statt, wie zum Beispiel eine Ortsbegehung in Anger mit Hinblick auf Barrierefreiheit, aus welcher Verbesserungsvorschläge hervor gebracht wurden.


Um das Thema Barrierefreiheit mit dem Thema Bewegungsförderung im Alter zu verbinden, beschäftigt sich die Arbeitsgruppe mit der Angebotsentwicklung von Spaziergangsgruppen und erstellt ein Konzept, wie der Aufbau von Spaziergangsgruppen im Landkreis Berchtesgadener Land realisiert werden kann. In der Gemeinde Bayerisch Gmain ist dies bereits mit großem Zuspruch angelaufen.

Bezüglich des Themas Ernährung gibt es bereits sowohl zahlreiche und erfolgreiche Initiativen und Angebote der Bildungsanbieter im Landkreis, sowie auch Aktionen auf gemeindlicher Ebene.


In Zusammenarbeit mit der Biosphärenregion Berchtesgadener Land sollen darüber hinaus die Themen Gesunde Ernährung mit Genuss, Regionalprodukte und Nachhaltigkeit als Verantwortung für unsere Lebensgrundlagen verknüpft und Angebote für die Bevölkerung geschaffen werden.

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