Integrationslotsin für den Landkreis Berchtesgadener Land

Die Integration von Flüchtlingen und Zuwanderern ist im Landkreis Berchtesgadener Land in den vergangenen Jahren sehr gut gelungen. Bei Migranten, die aus Fluchtgründen zu uns kamen, sind es vor allem Themen wie Wohnraum und Arbeit, die eine verstärkte Integrationsarbeit erfordern. Aber auch sogenannte Arbeits-Migranten benötigen Unterstützung bei Ihrem Bestreben nach Integration.


Die hauptamtlichen Akteure sind mit den ehrenamtlich tätigen Helferinnen und Helfern gut vernetzt. Gewachsene Strukturen helfen dabei, die zu bewältigenden Aufgaben im Fokus zu behalten. Ein konstantes Angebot an Austauschtreffen und Weiterbildungsmöglichkeiten unterstützt Haupt– und Ehrenamtliche in ihrer Arbeit.


Die Integrationslotsin im Landkreis Berchtesgadener Land bildet hierbei eine Art „Knotenpunkt“ - sie vernetzt Angebote und Akteure, stimmt Angebote auf den tatsächlichen Bedarf ab und greift neu auftretende Problematiken auf.

Tätigkeitsbereich der Integrationslotsin

  • Vernetzung der regionalen Akteure
  • Ansprechpartner für Initiativen und Verbände, Bürgerinnen und Bürger
  • Koordination und Unterstützung von ehrenamtlich tätigen IntegrationsbegleiterInnen
  • Ansprechpartner und Netzwerker für Ehrenamtliche und Helferkreise
  • Organisation und Durchführung von Veranstaltungen und Schulungen
  • Umsetzung von professionellem Freiwilligenmanagement
  • Wohnraum für Menschen mit Migrationshintergrund

Projekte

Mieterqualifizierung nach Neusässer Konzept

Neue Kurse zur Mieterqualifizierung ab Januar 2020 in Bad Reichenhall/Freilassing


Information / Spracheinstufung:

  • 15. Januar 2020, 10:00 Uhr: Übergangswohnheim, Traunfeldstraße 11, Bad Reichenhall
  • 15. Januar 2020, 19:00 Uhr: Max Aicher Businesscenter, Sägewerkstraße 3, Freilassing


Migranten, die eine Wohnung suchen, wird dringend empfohlen, diese Qualifizierungsmaßnahme zu besuchen. Bislang konnten schon mehr als 60 % der Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Landkreis eine Wohnung finden.


Viele Vermieter bevorzugen Mieter, die mit einem Zertifikat und ihrer Bewerbungsmappe nachweisen können, dass sie die Schulung absolviert haben und entsprechend über alle wichtigen Informationen verfügen, die erforderlich sind, um „gute Mieter“ zu werden.


Das Landratsamt führt die Mieterqualifizierungen nach Neusässer Konzept in Kooperation mit dem Bildungszentrum Max Aicher durch.


Folgende Inhalte werden in der Schulung vermittelt:

  • Modul 1: Verhaltensregeln, Mülltrennung, Ruhestörung
  • Modul 2: Inserate, selbstständige Kontaktaufnahme mit dem Vermieter am Telefon
  • Modul 3: Verhalten und Kommunikation beim Besichtigungstermin
  • Modul 4: Mietvertrag, Übergabeprotokoll, Hausordnung
  • Modul 5: Erstellen einer Bewerbungsmappe
  • Modul 6: Lernzielkontrolle
  • Modul 7: Praxismodul Haushaltsgerätekunde und Brandschutz im Haushalt
                   Feierliche Übergabe der Zertifikate


Voraussetzungen zum Erhalt eines Abschlusszertifikats:

  • regelmäßige und vollständige Teilnahme
  • Erstellen einer vollständigen Bewerbungsmappe  
  • Bestehen der Abschlussprüfung

Laiendolmetscher

Ein seit Jahren bestehendes Problem ist das Fehlen von Dolmetschern, die bei Vorsprachen bei Behörden, Sozialarbeitern, Ärzten und in Helferkreisen eingesetzt werden können. Zudem werden Dolmetscher in den meisten Fällen recht kurzfristig benötigt.


Es ist nicht nur die „Sprachmittlung“, sondern immer auch der interkulturelle Dialoge notwendig, der neben dem Fachwortschatz umfangreiches Fach- und Weltwissen aus beiden Kulturen erfordert. Richtige Dolmetschertechniken, Notiztechnik, Wissen und Hintergründe zu Fragen wie Schweigepflicht, Vollständigkeit und Neutralität sind wichtige Punkte.


Um dies alles zu lernen und auch mit Konfliktsituationen umgehen zu können, braucht es neben theoretischem Input auch ausgiebige praktische Übungssequenzen mit fachlicher Reflexion.


Seit der ersten Schulung wurden 12 Migranten aus unterschiedlichen Herkunftsländern ausgebildet. Der größte Bedarf an Sprachmittlung liegt in den Flüchtlingssprachen, so dass vorwiegend Teilnehmer ausgebildet wurden, die Flüchtlingssprachen dolmetschen können.

Aus- und Fortbildung von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern

Geschätzt 350 ehrenamtliche Helfer unterstützen im Landkreis Berchtesgadener Land tagtäglich MigrantInnen in allen Lebenssituationen. Dabei geraten auch oft die Helfer selbst an ihre Grenzen und benötigen Unterstützung. Aus diesem Grund bietet die Integrationslotsin für den Landkreis Berchtesgadener Land entsprechend der aktuellen Themen auf Wunsch der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer Fortbildungen an.

Wohlfühlkarte

Die vom Umweltbundesamt festgestellte Wohlfühltemperatur liegt zwischen 20 und 22 Grad Celsius. Jeder Grad mehr erhöht den Energieverbrauch um ca. 6 %. Flüchtlingen ist unser Empfinden für Stromverbrauch anfangs oft noch sehr fremd. Das für unsere Breitengrade richtige Heiz- & Lüftverhalten müssen Flüchtlinge erst erlernen.


Eine kleine Hilfestellung bietet nun die etwa scheckkartengroße Wohlfühlkarte. Die Karte ist mit einem Testfeld versehen, das sich je nach Feuchtegrad verfärbt. Gemeinsam mit einem Thermometer, das anzeigt, wie warm es tatsächlich im Raum ist, führt der Gebrauch der Wohlfühlkarte oft zu überraschenden Ergebnissen. Das eigene Empfinden ist oft sehr unterschiedlich zum tatsächlichen Messergebnis.


Eine erste kurze Probephase zeigt bereits, dass sich durch den Einsatz der Karte das Heiz- und Lüftverhalten verbessert.

Weitere Projekte sind in Planung!

Ihre Ideen und Meinungen sind uns wichtig.


Setzen Sie sich daher gerne bei jeder Frage, jeder Bitte und jedem Problem mit der Integrationslotsin in Verbindung.

Die Stelle der Integrationslotsin wird gefördert durch: