Hausabfälle Holsysteme

Holsysteme in der Abfallwirtschaft sind eingerichtet, um dem Abfallerzeuger bestimmte Abfälle vor seinem Haus oder wohnortnah regelmäßig abzuholen.

 

Derzeit werden im Holsystem abgefahren:

  • Restmülltonne
  • Papiertonne
  • Gelber Sack

Restmüll, Graue Tonne

Die Abfallwirtschaftssatzung des Landkreises und die Abfallwirtschaftssatzungen der Städte, Märkte und Gemeinden des Landkreises Berchtesgadener Land regeln, was von der Entsorgung über die Rest- oder Hausmülltonne ausgeschlossen ist.

Demnach dürfen nicht in die Mülltonne eingegeben werden:

  • dem Holsystem unterliegende Verkaufsverpackungen aus Papier, Pappe, Karton
  • Leichtverkaufsverpackungen aus Kunst- und Verbundstoffen
  • sonstige, dem Holsystem unterliegende Papiere, Pappen und Kartonagen
  • folgende dem Bringsystem unterliegende Wertstoffe:
    • Altglas (Flaschen)
    • Alu-/Weißblechverpackungen
    • Altmetall (Schrott)
    • Kunststofffolien, Styropor
    • Textilien (Altkleider)
    • Schuhe
    • Kork
    • Bauschutt (z.B. Ziegel, Steine, Fliesen, Mörtel, Glasbruch)
    • Elektro-/Elektronikgeräte
    • Grün- und Gartenabfälle
  • wegen ihres Schadstoffgehaltes getrennt vom Hausmüll zu entsorgende Abfälle (z.B. Lösemittel, Chemikalien, Leuchtstoffröhren, Pflanzenbehandlungs-, Holzschutzmittel, Säuren, Laugen, Reinigungsmittel, ölhaltige Stoffe, Batterien)
  • wegen ihrer Größe/Form getrennt vom Hausmüll zu entsorgende Abfälle („Mülltonnengängigkeit“)  


In die  Restmülltonne eingegeben werden dürfen zum Beispiel (Aufzählung nicht vollständig):

  • (Alt-)Medikamente in geringen Mengen
  • verbrauchte oder defekte Gegenstände des täglichen Bedarfs (z.B. Zahnbürste)
  • Speisereste in kleinen Mengen (z.B. verdorbene Ware, Knochen)
  • Wandfarben (Dispersionsfarben, eingetrocknet oder gebunden), vollständig eingetrocknete Lacke
  • Staubsaugerbeutel
  • verbrauchte Glühbirnen, jedoch nicht Energiesparlampen
  • Windeln, Hygienepapiere, verschmutzte Textilien
  • technische Kunststoffe (z.B. Gießkanne), Teile von behandelten Hölzern

Papier, Pappe, Blaue Tonne

Noch immer ist Papier im Restmüll.


Seit Oktober 1993 ist im Landkreis Berchtesgadener Land die (blaue) Papiertonne eingeführt.

Die Kosten für die Gefäßgestellung, das Einsammeln und Befördern sowie das Sortieren und Verpressen sind in die Müllgebühr eingerechnet. Deshalb erfolgt durch die kreisangehörigen Gemeinden auch ein genauer Gefäßzuschnitt pro Familie/Haushalt oder Anfallstelle.


Gewerbebetriebe können nur in Ausnahmefällen mehr als 120 Liter Papiertonnen-Volumen erhalten. Um den (finanziell nicht abgedeckten) Zustrom von „systemfremden“, d.h. nicht aus Haushalten stammenden, Papieren/Pappen/Kartonagen (aus Gewerbebetrieben) zu verhindern, müssen bei der Bereitstellung der Papiertonnen strenge Kriterien angesetzt werden. Aus diesem Grund wurden auch die Abfuhrunternehmer angewiesen, neben den Tonnen zur Abholung bereitgestelltes Altpapier nicht mehr mitzunehmen, auch weil das Landratsamt die Kosten der Papierentsorgung mit den Abfuhrunternehmern nach Gewicht abrechnet. Regnet es am Bereitstellungs-/Abfuhrtag, entstehen unnötige, zusätzliche Kosten; deshalb sollte der Deckel der Papiertonne immer geschlossen sein. Reicht Ihr Haushalt mit dem zur Verfügung stehenden Papiertonnenvolumen nicht aus, wenden Sie sich bitte an Ihre Hausverwaltung oder Ihre Gemeinde.

Verpackungen, Gelber Sack

Fordern Sie durch die konsequente Inanspruchnahme des Gelben Sackes die Leistungen des Dualen Systems ein.

Sie haben beim Einkauf der Ware über die Lizenzgebühr des „Grünen Punktes“ vier Leistungen bezahlt: 

  • Einsammeln,
  • Transport zur Sortierungs-/Verwertungsanlage,
  • Sortieren und
  • Verwerten


Schwarze Schafe in der Entsorgungsbranche dürfen uns nicht dazu veranlassen, die Mülltrennung aufzugeben. Bitte verwenden Sie den Gelben Sack nur zur Sammlung von Leichtverkaufsverpackungen. Missbräuchliche Verwendung führt zu Liefer-Engpässen und Kostensteigerungen.

Wandfarben

Wandfarben (Dispersionsfarben) sind kein Problemmüll.


Dispersionsfarben sind Feinstteilchenfarben und im weitesten Sinne mit flüssiger Kreide vergleichbar. Sie werden zum Weißen der Wände im Innen- und Außenbereich verwendet, sind wasserlöslich und enthalten nur sehr geringe Mengen organischer Lösungsmittel; im wesentlichen wird Wasser als Lösungsmittel eingesetzt. Deshalb sind Dispersionsfarben von den Umweltbehörden nicht als Problemmüll eingestuft.

Entsorgung

Flüssige Dispersionsfarben (in Kunststoff-Eimern) lässt man am besten austrocknen, indem man den Deckel entfernt. Die eingetrockneten Reste werden dann über die Restmülltonne entsorgt; der „pinselreine“ Eimer kann über den Gelben Sack entsorgt werden.

Besteht die Möglichkeit des Austrocknens nicht, sollten flüssige Dispersionsfarben mit Zeitungspapier oder Sägespänen gebunden werden. Dann kann der Farbeimer in die Restmülltonne eingegeben werden.  


Übrigens:

Richtig steinhart eingetrocknete, ehemals lösemittelhaltige Farben und Lacke werden ebenso wie eingetrocknete Pinsel u.ä. über die Restmülltonne entsorgt. Dispersionsfarben oder Wandfarben sind nicht frostbeständig, daher bitte frostfrei lagern. Kaufen Sie bedarfsgerecht ein, um Reste zu vermeiden, die später entsorgt werden müssen.