Veränderungen durch die Pflegeübernahme

Für das Pflegekind

Die Aufnahme in eine Pflegefamilie bringt für das Pflegekind viele Veränderungen mit sich. Das Kind wird von seinen Eltern und dem bisherigen, gewohnten Umfeld getrennt und muss sich auf neue Menschen in einer neuen Umgebung einstellen. Erworbene Verhaltensweisen können jetzt auf Ablehnung stoßen. Dies kann Angst, Unsicherheit und Schuldgefühle beim Kind auslösen. Das Kind muss sich mit einer völlig neuen Umwelt auseinandersetzen, mit neuen Familienmitgliedern und Verhaltensregeln.

 

Ein Pflegekind hat zwei Familien und ist somit Mitglied zweier Familiensysteme, was eine Besonderheit darstellt. Damit es dem Kind bestmöglich gelingt mit diesem Status umgehen zu können, sollten Pflegeeltern und Eltern gegenseitig eine akzeptierende Haltung einnehmen. Es ist sicherlich nicht immer einfach, eine wertschätzende Grundhaltung aufzubauen, hilft jedoch dem Pflegekind, weniger in Loyalitätskonflikte zu kommen.

Für die Pflegeeltern

Ein Pflegekind bringt wie jedes neue Familienmitglied Veränderungen in die Familie. Wichtig ist, daran zu denken, dass Pflegekinder ihre eigene Geschichte haben und somit auch eigene Erfahrungen und Bedürfnisse.


Zudem bestehen oft noch Kontakte und Verbindungen zu den leiblichen Eltern. Es treffen also zwei unterschiedliche soziale Welten aufeinander, was zu Spannungen führen kann. Alle Familienangehörigen müssen ihre neue Position im Familiensystem finden.


Hinzu kommen veränderte Alltagsabläufe, in Frage gestellte Familienregeln oder ungewohnte Verhaltensweisen des Pflegekindes. Die Pflegefamilie muss ihren privaten Bereich nach außen hin öffnen und für Kontakte mit dem Jugendamt und einer gemeinsamen Elternschaft mit der Herkunftsfamilie zugänglich sein.