Häufig gestellte Fragen

Abfall ist in der heutigen Zeit eine wichtige Ressource und Rohstoff – wenn er durch die korrekte Mülltrennung richtig verwertet werden kann. Wir sind stolz darauf, die Nachhaltigkeit in unserem Landkreis aktiv vorantreiben zu können. Deshalb möchten wir gemeinsam mit allen Landkreisbürgern die Restabfallmenge bis 2030 um 30 Prozent reduzieren, den wertvollen Bioabfall ökologisch optimal nutzen und eine gebühren- und bedarfsgerechte Entsorgung mit modernem Service anbieten.


Denn eine bessere Entsorgung kommt allen zugute: den Bürgern und der Umwelt.


Um den Entsorgungsprozess in diesem Sinne besser steuern zu können, zentralisieren wir die Aufgaben der Abfallwirtschaft beim Landkreis. Für den Bürger bedeutet dies, dass er künftig nicht nur die Entsorgungsleistung flexibler, sondern auch die anfallenden Kosten umweltbewusst und bürgerfreundlich gestalten kann.


Darüber hinaus erfüllen wir mit der Einführung der Getrennterfassung der Bioabfälle umweltgesetzliche Vorgaben. Dabei erleichtern wir die Entsorgung in diesem Bereich, indem wir ein Holsystem für die Biotonne einführen.


Das neue Entsorgungskonzept startet zum 01.04.2019.

Durch die Zentralisierung der Entsorgung beim Landratsamt gibt es einen deutlichen Abbau von Bürokratie, wodurch wir viele unserer Prozesse optimieren. Der gesamte Landkreis profitiert von einem einheitlichen Konzept in der Entsorgung: gleiche Standards und eine Bündelung der Fachkompetenz. Dies kommt einer verbesserten Servicequalität (Abfallberatung, digitale Angebote) zugute.


Gleichzeitig werden die Gemeinden mittelfristig entlastet. Für Bürger herrscht künftig Gebührengerechtigkeit im Landkreis: gleicher Preis für gleiche Leistung.


Der Landkreisbürger hat mehr Wahlmöglichkeiten:

Er kann frei seine Tonnengröße und eine flexible Taktung bei der Abholung wählen (wöchentlich, zweiwöchentlich, vierwöchent. Die Umstellungsphase ist ein guter Moment, die Tonnengrößen und Taktung zu überdenken – und damit langfristig Geld zu sparen und gleichzeitig etwas für die Umwelt zu tun.


Neu ist auch:

Alle Bürger können künftig selbst entscheiden, welchen Wertstoffhof im Landkreis sie anfahren – also auch in anderen Städten, Märkten und Gemeinden innerhalb des Landkreises.

Durch die Umstellung bieten wir ein flexibel anpassbares Angebot, das langfristig die Umwelt entlastet. Das Landratsamt Berchtesgadener Land ist hierbei auf die Mithilfe aller Bürger angewiesen: Im Zuge der Umstellung benötigen wir von jedem Haushalt die Angaben darüber, welche Tonnengröße und welche Taktung gewünscht wird. Auch benötigen wir von jedem Bürger bzw. jedem Haushalt die Einwilligung zum Einzug der Gebühren (via SEPA-Lastschriftverfahren).


Die neuen Rest- und Biomülltonnen werden von uns kostenlos zur Verfügung gestellt und sind mit einem sogenannten Transponder (Identsystem) ausgestattet. Damit wird die Verarbeitung digitalisiert, vereinfacht und beschleunigt. Mittels Chip werden die Kommunikation mit dem Bürger und die Abrechnung erleichtert. Künftig werden nur Tonnen geleert, welche auch erfasst und bezahlt werden. Die alten Tonnen werden auf Wunsch eingesammelt und entsorgt.


Im September 2018 werden alle Haushalte per Post kontaktiert und erhalten ein Informationsschreiben sowie alle notwendigen Formulare. Für Bürger, die sich lieber persönlich beraten lassen, werden wir eine Info-Stelle im Landratsamt einrichten.

Bei der Wahl der Restmülltonne muss ein Mindestvolumen der Tonne eingehalten werden (60 Liter). Dieses richtet sich nach der Anzahl der gemeldeten Personen im Haushalt. Wir empfehlen: 7,5 Liter pro Person und pro Woche. Standardgemäß wird der Restmüll 14-tägig abgeholt.


Die Biomülltonne fasst standardmäßig 80 Liter. Auf Antrag und je nach Einzelfall ist auch eine 120 Liter-Tonne möglich. Die 240 Liter-Tonne ist ausschließlich in Mehrgeschosswohnungsbauten vorgesehen. Der Biomüll wird alle 14 Tage abgeholt.


Im Landratsamt wird eine Infostelle eingerichtet, bei der sich Bürger gerne persönlich beraten lassen können. Weitere Informationen finden Sie hier.

  • Die Eigentumssituation der Mülltonnen ist bislang zwischen den Städten, Märkten und Gemeinden im Landkreis völlig unterschiedlich. Zum Teil befinden sich die Mülltonnen im Eigentum der Gemeinden, im Eigentum der Bürger und wieder in anderen Gemeinden im Eigentum der Entsorgungsbetriebe. Zudem liegen Unterschiede bei der Größe und im Alter der Mülltonnen vor. Um die Ausstattung mit Mülltonnen im Landkreis zu vereinheitlichen, werden deshalb im 1. Quartal 2019 alle anschlusspflichtigen Haushalte mit einer neuen Restmüll- bzw. Biomülltonne, die im Eigentum des Landkreises bleibt, ausgestattet.
     
  • Es werden künftig nur noch erfasste und somit bezahlte Tonnen geleert. Ein Chip erleichtert die Abrechnung und Kommunikation mit dem Bürger.
     
  • Zu einem späteren Zeitpunkt können weitere Möglichkeiten zu Leerung und Abrechnung eingeführt werden.
     
  • Das benötigte Tonnenvolumen beim Restabfall wird sich aufgrund der Biotonne vermutlich verringern – ein guter Zeitpunkt, um über die richtige Tonnengröße nachzudenken.
     
  • Die alte Tonne wird einer angemessenen Verwertung zugeführt.

In manchen Gemeinden bleiben die Kosten gleich, bei anderen wiederum können die Kosten für die Entsorgung sinken oder steigen. Das liegt daran, dass die Entsorgung bislang in der Zuständigkeit der Gemeinden lag und jede Gemeinde eigenständig die Entsorgungsfirma wählen konnte. Durch die Zentralisierung der Prozesse im Landratsamt sind die Entsorgungskosten künftig landkreisweit einheitlich. Die Umstellung zahlt sich also langfristig für alle Bürger aus, während die Gemeinden entlastet und die Prozesse und der Service optimiert werden.

Im Herbst 2018 erfolgt durch das Landratsamt eine Bedarfsanfrage. Darin werden insbesondere folgende Auskünfte von den Bürgern benötigt:

  • Bekanntgabe der neuen Restmülltonnengröße (60, 80, 120 bzw. 240 l oder 770 l / 1,1 cbm bei Mehrgeschoßwohnungsbau)
  • Bekanntgabe der Biomülltonnengröße (80 oder 120 l, bzw. 240 l im Mehrgeschoßwohnungsbau)
  • Antrag auf Eigenkompostierung (falls Befreiung von der Biomülltonne erwünscht und möglich)
  • Rücksendung des ausgefüllten SEPA-Basislastschriftmandats zum Einzug der Abfallgebühren


Im Vorgriff auf die Änderungen zum 01.04.2019 ist von den Bürgern selbst zu entscheiden, ob sie die alten Restmülltonnen behalten oder zurückgeben wollen. Ebenfalls sind Überlegungen sinnvoll, wo die neuen Tonnen zwischengelagert werden, bis sie durch die Sammelaktion zur Verwertung abgeholt werden (sofern gewünscht). Eine Rückmeldung hierüber ist nicht erforderlich.

Biomülltonne

Für alle gilt das Kreislaufwirtschaftsgesetz. Demnach ist Biomüll im Sinne der Nachhaltigkeit getrennt zu entsorgen. Wer die Möglichkeit hat – beispielsweise einen eigenen Garten – und die Voraussetzungen dafür erfüllt, kann den Bioabfall auch selbst kompostieren. Eine Befreiung von der Biotonne und Nachlass auf die Restmüllgebühr sind auf Antrag möglich. Die Vor-Ort-Prüfung des Befreiungsantrags erfolgt stichprobenartig (Genaue Anforderungen werden in nächster Zeit auf unserer Website bekannt gegeben).


Durch das Holsystem können sich Bürger bequem den Biomüll vor dem Haus abholen lassen, die Grün- und Gartenabfälle sollten weiterhin am Wertstoffhof abgegeben werden.

Küchenabfälle:

  • Obst- und Gemüseabfälle (auch Schalen von Zitrusfrüchten)
  • Speisereste aus Haushalten
  • Frittierfett
  • Fisch-, Wurst- und Fleischreste aus Haushalten
  • Brot- und Gebäckreste
  • Eierschalen
  • Kaffee- und Teefilter
  • Topf- und Balkonpflanzen

 

Gartenabfälle:

  • Laub, Stroh, kleine Zweige
  • Grasschnitt, Unkraut
  • Abfälle von Blumen und Gemüse
  • Sägemehl von unbehandeltem Holz

 

Außerdem:

  • Papiertüten zum Sammeln des Biomülls
  • Haare und Federn
  • Zeitungspapier zum Einwickeln des Biomülls
  • Küchenpapier
  • Kleintierstreu in haushaltsüblichen Mengen (keine mineralischen Produkte)

Bisher haben fast alle Landkreise die Biotonne eingeführt und berichten weitestgehend von positiven Erfahrungen.


Wir beraten bei unseren Informationsabenden und in unserer Info-Stelle im Landratsamt zu den Themen Tonnengröße, Taktung der Entleerung und sogar zur richtigen Befüllung von Biotonnen.


Beispiele zur Geruchsvermeidung bzw. -reduzierung: 

  • Verwendung von Papiertüten
  • Biomüll in Zeitungspapier einwickeln
  • Grün- und Gartenabfälle als Zwischenlage
  • regelmäßige Reinigung
  • Geruchsfilterdeckel (kann entgeltlich erworben werden)

Blaue Tonne (Papiermüll)

  • Zeitungen
  • Zeitschriften
  • Kataloge
  • Prospekte
  • Schreib- u. Büropapiere
  • Briefumschläge
  • Hefte und Bücher (ohne Einband)
  • Schachteln
  • Papiertüten
  • Verpackungsmaterialien aus Papier
  • Kleinpapiere
  • Papierschnitzel (bitte nur im zugebundenen Sack/Tüte).

Bitte Kartons gefaltet, nicht zerrissen in die Papiertonne eingeben (viele kleine Teile erhöhen die Sortierkosten).


Nicht
in die Papiertonne gehören:

  • Tapeten (= Restmüll)
  • beschichtete Papiere (= Restmüll)
  • Verpackungen von Tiefkühlkost (= Gelber Sack)
  • Thermo-(Fax-)Papiere (= Restmüll)
  • Hygienepapiere (= Restmüll)
  • Fotopapiere (= Restmüll)
  • Durchschreibepapiere (= Restmüll)
  • Milch- und Safttüten (= Gelber Sack)


Bitte bedenken Sie auch, dass der Inhalt der Papiertonnen von Menschen sortiert wird. Vermeiden Sie deshalb Fehlwürfe und Störstoffe.

Sie benötigen eine Papiertonne, wollen eine Papiertonne um- oder abmelden?  


Bitte wenden Sie sich an Ihre Stadt-, Markt- oder Gemeindeverwaltung. Diese reicht Ihren Antrag zusammen mit wichtigen Daten über Ihre Restmülltonne an das Landratsamt weiter; dort wird Ihr Antrag umgehend bearbeitet. Die Auslieferung der Tonne erfolgt durch Ihren Restmüllunternehmer vor Ort.

Hier gibt es es keine Änderungen. Die Systeme bleiben wie gewohnt.

Gelber Sack

  • Kunststofffolien, z.B. Einkaufstüte, Aromaschutzfolie (um Pralinen-, Zigarettenschachtel), Schokoriegelfolie, Nudeltüte, Chipstüte, Nachfüllbeutel, Schutzhüllen
  • Kunststoffflaschen, -becher, -dosen, -schalen, -eimer, z.B. Spülmittelflasche, Shampooflasche, Yoghurt-, Margarine-, Eisbecher, Gewürzdose, Trägerschale für Fleisch und Obst, Farb-, Fetteimer  
  • Verbundmaterialien (Verbindung mehrerer Materialien), z.B. Milch-, Safttüte (Tetra Pak), Kaffeeverpackung, Tiefkühlkostverpackung, Gewürz-, Suppenbeutel, Tablettenverpackung
  • Sonstige Kunststoffe, z.B. Zahnpastatube, Kunststoffkappe von Spraydose, Verschlüsse, Pralinen-Trägerschale, Netz um die Südfrüchte oder Kartoffelsack
  • Styropor (Formteile und Chips), z.B. Verpackung des Videorecorders oder der Waschmaschine, soweit sie nicht gleich wieder dem Verkäufer/Lieferanten als Transportverpackung zurückgegeben werden
  • Holz, z.B. Zigarrenkistchen, Obstkörbchen
  • textile Verpackungen, z.B. Jute-Sack für Kartoffeln, Textilkrägen um Flaschen
  • Dosen aus Aluminium/Weißblech, z.B. Getränkedose, Dose für Tiernahrung

Heften Sie einfach bei der nächsten Abholung einen Zettel auf Ihre Blaue Tonne oder Ihren Gelben Sack.


Gelbe Säcke erhalten Sie auch bei

  • den Fahrern der Müllfahrzeuge
  • in den Rathäusern
  • an den Wertstoffhöfen
  • und im Landratsamt.

Spezialbereiche

  • Ja, bei 60l, 80l, 120l und 240l als zusätzlichen Behälter mit gleichem Leerungsrhythmus. Der Zeitraum ist dem Landkreis in der Bedarfsanfrage mitzuteilen.
     
  • In Nicht-Saisonzeiten wird die Tonne durch den Chip gesperrt und kann somit auch nicht zur Leerung bereitgestellt werden. Die Tonne bleibt durchgängig vor Ort stehen.
     
  • Bei 770l- und 1.100l-Behältern ist eine wöchentliche Leerung möglich.

Ja. Windelsäcke gibt es auch weiterhin. Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch eine Gebührenermäßigung möglich.

Das entgeltlich zu erwerbende Schwerkraftschloss ist ein Schließsystem für die Mülltonnen. Dieses schützt Ihre Abfallbehälter vor unbefugtem Zugriff und somit vor Fremdmüll in der eigenen Tonne.