Tattoo & Piercing

Körpermodifikationen, wie das Tätowieren und Piercen, erfreuen sich in Deutschland spätestens seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts einer steigenden Beliebtheit. Früher waren Tätowierungen eher eine Stigmatisierung, z.B. unter Sträflingen oder Seeleuten, heutzutage besteht eine zunehmende Akzeptanz als Körperschmuck und Mittel der Selbstdarstellung. Nach Schätzungen ist etwa jede zehnte Person in Deutschland tätowiert, Tendenz steigend.

 

Neben dem rein künstlerischen Aspekt müssen beim Tätowieren und Piercen auch gesundheitliche Faktoren bedacht werden. Durch die bestimmungsgemäße Verletzung der Haut oder Schleimhaut kann es neben allergischen Reaktionen auf die eingebrachten Materialien auch zu Wundinfektionen oder zur Übertragung von Krankheitserregern, wie HIV und Hepatitis-Viren, kommen.


Tattoos und Piercings bei minderjährigen Personen unter 18 Jahren dürfen nur mit Zustimmung der Erziehungsberechtigten behandelt werden.


Weiterführende Informationen entnehmen Sie bitte den nebenstehenden Merkblättern des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.


Falls Sie sich persönlich von uns beraten lassen wollen, bitten wir um vorherige Terminvereinbarung.

Häufig gestellte Fragen

Beim Tätowieren und Piercen werden Wunden verursacht, aus denen Blut und Serum austreten; schon kleinste, mit dem bloßen Auge oft nicht erkennbare Blut- oder Serumtröpfchen können bei Infizierten große Mengen gefährlicher Krankheitserreger (z.B. Viren, die AIDS oder Gelbsucht verursachen) enthalten. Bei Nichteinhaltung der Hygiene-Regeln ist eine Weitergabe solcher Erreger möglich, vor allem durch kontaminiertes Instrumentarium. Besonders gefährdet ist nach der unsachgemäßen "Behandlung" eines Infizierten der jeweils nächste Kunde.


Auch der Tätowierer/Piercer kann, wenn er selbst Krankheitsträger ist, durch unvorschriftsmäßiges Arbeiten Infektionen an seine Kunden weitergeben (z.B. über kleinste Verletzungen an seinen Händen).


Unverträglichkeitsreaktionen (Allergien) können beim Tätowieren durch die in den Farben enthaltenen Schwermetalle und beim Piercing durch die Schmuckmaterialien (z.B. Nickel) auftreten. Einige Tätowierfarben enthalten sogenannte Azo-Farbstoffe, deren gesundheitliche Langzeitfolgen nach Deponierung in der Haut derzeit noch kaum absehbar sind. Beim Piercen sind zusätzlich Schäden durch Gewebsverletzungen möglich.


Neben der Entwicklung einer eitrigen Wundentzündung besteht immer die Gefahr einer Verletzung von Blutgefäßen oder Nerven. Außerdem können sich an der Wunde wuchernde narbige Veränderungen ( "wildes Fleisch") bilden. Diese Folgen sind auch bei strikter Einhaltung der Hygieneregeln möglich.

Der Tätowier-Arbeitsplatz sollte baulich (in einem eigenen Raum) oder funktionell (durch z.B. Trennwände) abgegrenzt von den übrigen Bereichen des Studios sein. In diesem Raum dürfen nur die Gegenstände vorhanden sein, die für die Durchführung des Tätowierens unbedingt erforderlich sind. In leicht erreichbarer Nähe des Arbeitsplatzes muss ein hygienegerecht ausgestattetes Handwaschbecken vorhanden sein. An diesem müssen sich Spender mit Flüssigseife und Händedesinfektionsmittel, Hautpflegemittel, Einmalhandtücher sowie ein Abwurf für gebrauchte Einmalhandtücher befinden.


Beim Tätowieren werden Farbstoffe in die Haut eingestochen. Die hierzu verwendeten Nadeln sind grundsätzlich Einmalprodukte und dürfen nur bei einem Kunden verwendet werden. Nadel, Nadelhalter und Griffstück sollten erst unmittelbar vor Beginn des Tätowierens aus der Verpackung entnommen und zusammengesetzt werden.


Vor dem Tätowieren muss die Haut sorgfältig enthaart, gegebenenfalls gereinigt und anschließend desinfiziert werden. Ein geeignetes Hautantiseptikum muss unter Beachtung der vom Hersteller angegebenen Einwirkzeit aufgesprüht oder mittels eines Tupfers aufgetragen werden.


Während des Tätowierens muss der Tätowierer Einmalhandschuhe tragen. Vor der Entnahme aus dem Handschuhspender muss er eine Händedesinfektion durchführen, die mindestens 30 Sekunden dauert. Nach dem Tätowieren wird die Haut mit Wundsalbe behandelt und mit einem sterilen Verband abgedeckt.

Beim Piercen (engl.: to pierce = durchstechen) werden mittels eines Stifts oder einer Hohlnadel verschiedene Haut- und Gewebsbereiche so durchstoßen, dass ein Stichkanal mit einer Eintritts- und Austrittsöffnung entsteht. Es resultiert also zwangsläufig eine offene Wunde, aus der mehr oder weniger große Mengen an Blut und Gewebsflüssigkeit austreten können, in die aber auch leicht Krankheitserreger eindringen können.


Für das Piercen gelten damit zunächst einmal dieselben Hygieneregeln wie für das Tätowieren. Sie sollten also auf Folgendes achten:

  • Alle verwendeten Instrumente (Hohlnadel, Piercing-Zange, Schere) und die eingesetzten Materialien (Stecker, Ringe) müssen steril sein. Aus hygienischer Sicht ist es für Sie vorteilhaft, wenn alle für das Piercing erforderlichen Gegenstände in Ihrem Beisein erst unmittelbar vor dem Eingriff aus der Sterilisationsverpackung entnommen werden.
  • Die Haut muss im Ein- und Austrittsbereich des Stichkanals sorgfältig desinfiziert werden (siehe bei Tätowieren). Beim Piercen ist die Verwendung steriler Handschuhe erforderlich, vor dem Anlegen und nach dem Ablegen der Handschuhe muss eine Händedesinfektion erfolgen.
  • Nach dem Einlegen des Schmuckstücks muss eine Reinigung, Desinfektion und sterile Abdeckung der Einstichstelle erfolgen.
  • Die durch das Piercing entstandene Wunde bedarf einer sorgfältigen Nachbehandlung.


Lassen Sie sich vom Piercer stets ausführlich über die Wundpflege, den Heilungsverlauf und mögliche Komplikationen informieren.