SO KÖNNEN SIE SICH ÜBER MULTIRESITENTE ERREGER INFORMIEREN

Im Berchtesgadener Land besteht eine Regionale Arbeitsgemeinschaft gegen multiresistente Erreger (RARE-BGL). Darin haben sich alle Einrichtungen zusammengeschlossen, um Informationen auszutauschen. Hier erfahren Sie mehr über multiresistente Erreger und das Regionale Netzwerk.

 

Derzeit wird weltweit ein Anstieg der Antibiotikaresistenzen bei bakteriellen Erregern beobachtet. Infektionen, die durch resistente Mikroorganismen verursacht werden, stellen wegen der teils fehlenden Therapieoptionen eine große Herausforderung für die Medizin unserer Zeit dar. Umso mehr gewinnen die Vermeidung der Resistenzentwicklung, die Eindämmung der Weiterverbreitung von multiresistenten Erregern und die Vermeidung von Infektionen durch diese Erreger an Bedeutung. Eine erfolgreiche Strategie ist bei abgestimmtem Handeln aller an der Patientenversorgung Beteiligten möglich.

 

Mit der Landesarbeitsgemeinschaft Multiresistente Erreger (LARE) wurde ein 2008 vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) koordiniertes und von mehr als 20 verschiedenen Institutionen im Gesundheitswesen getragenes überregionales Netzwerk gegründet, das sich dieser Zielsetzung verpflichtet hat. In sechs verschiedenen Arbeitsgruppen werden dabei Schwerpunktbereiche bearbeitet und kommuniziert (Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit). Der Landkreis BGL hat sich diesem Netzwerk als regionales Netzwerk angeschlossen.


Nähere Informationen zu Aktivitäten des RARE – BGL-Netzwerkes erhalten Sie hier (PDF).

 

Gerne beraten wir Sie persönlich im Gesundheitsamt. Wir brauchen auch Sie – helfen Sie mit – melden Sie sich für Ihre Einrichtung als Mitglied der RARE an. 

Häufig gestellte Fragen

Multiresistente Erreger (MRE) sind ein wachsendes Problem, vor allem für Kliniken sowie Alten- und Pflegeheime. Multiresistente Erreger sind Bakterien, gegen die die meisten Antibiotika unwirksam sind. Der bekannteste unter ihnen ist der mehrfachresistente Eitererreger Staphylokokkus aureus, besser bekannt als MRSA. Er verursacht Wund- und Knocheninfektionen, die immer schwieriger und nur mit Reserveantibiotika beherrschbar sind. Mittlerweile gibt es zunehmend auch multiresistente Erreger gefährlicher Lungen- und Darmentzündungen.

RARE bedeutet Regionale Arbeitsgemeinschaft MultiResistente Erreger BGL und wurde aufgrund Anregung der Gesundheitsministerkonferenz der Länder sowie der LandesArbeitsgemeinschaft MultiResistente Erreger (LARE) gegründet.


Gemeinsames Ziel der Netzwerke ist die Zahl von Infektionen mit multiresistenten Erregern zu verringern.


Nach Einschätzung der Europäischen Gesundheitsbehörde ECDC sind multiresistente Erreger die bedeutendste Krankheitsbedrohung in Europa. Pro Jahr kommt es in Europa schätzungsweise zu circa 3 Millionen Krankenhausinfektionen mit ca. 50.000 Toten. In Deutschland treten ca. 600.000 Krankenhausinfektionen pro Jahr auf. Ein Drittel davon wäre nach Meinung von Experten bei konsequenter Hygiene und gezieltem Einsatz von Antibiotika vermeidbar.


Ein konsequentes und systematisches Hygienemanagement in allen Einrichtungen des Gesundheitswesens kann die Verbreitung der resistenten Erreger effektiv reduzieren. Ein wichtiges Ziel ist die einheitliche Vorgehensweise bei Diagnostik und Therapie in der Region und eine umfassende Informationsweitergabe nicht nur innerhalb der Krankenhäuser, sondern auch beim Krankentransport in ein Sanatorium oder Alten- und Pflegeheim.

Ziel der Netzwerkbildung ist der Informationsaustausch, die Erarbeitung regionaler Standards und die Umsetzung bestehender Empfehlungen zu multiresistenten Erregern, um so die Zahl der Infektionen mit multiresistenten Erregern zu reduzieren.


Gemeinsam sind wir stark!


Für den Erfolg eines Netzwerkes ist es wichtig, dass alle Akteure des Gesundheitswesens, wie Kliniken, Ärzte, Rettungsdienst, Krankentransport, medizinische Einrichtungen, stationäre Pflege, ambulante Pflege und Hauswirtschaft der jeweiligen Einrichtungen, mitwirken und an einem Strang ziehen.


Dem öffentlichen Gesundheitsdienst bzw. dem jeweiligen Gesundheitsamt kommt bei der Bekämpfung von MRE eine besondere Rolle zu. Das Gesundheitsamt begeht und berät im Rahmen seiner infektionshygienischen Überwachung regelmäßig jede Einrichtung im Landkreis. Gleichzeitig ist es Initiator und Moderator des regionalen Netzwerkes. Dieses Vorgehen wurde ist in der Bayerischen Medizin-Hygieneverordnung (MedHygV) so festgelegt.