„Die beiden Linden stellen in ihrer Umgebung hinsichtlich Landschaftsästhetik und Ökologie eine einzigartige und herausragende Struktur dar“, erklärt Kreisgartenfachberater Josef Stein. Früher führte an der beweideten Hangkante außerdem ein historischer Pilgerweg vorbei, über den die Menschen aus den nördlichen Gebieten zur Wallfahrtskirche Maria Plain bei Salzburg gelangten. Noch heute weist ein „Plainmartal“ auf die Bedeutung der beiden Linden als besondere Wegmarke und Rastplatz für Pilgernde hin. Bereits in den historischen Karten 1808 - 1864 ist ein Hinweis auf einen markanten Laubbaum genau an dieser Stelle zu finden.
Die Winterlinde (Tilia cordata) ist in Europa weit verbreitet und bis in den Kaukasusraum und Westsibirien zu finden. Vorwiegend kommt sie jedoch in den Mittelgebirgen vor, im nördlichen Tiefland ist sie seltener. Mit einer Wuchshöhe von bis zu 30 Metern ist die Linde eine der größten heimischen Bäume. Ihre gelblich weißen Blüten duften von Juni bis August süßlich nach Honig und sind auch für Insekten ein wichtiger Pollen- und Nektarlieferant, da gerade im Hochsommer viele Pflanzen schon verblüht sind.
Linden sind extrem „ausschlagsfreudig“, so können auch aus alten, dicken Astpartien jederzeit neue Triebe wachsen. Diese Eigenschaft macht die Linde besonders langlebig und zur einzigen heimischen Baumart, die ein Alter von 1000 Jahren erreichen kann.