Vorsicht beim Kauf von Bienen

Gesundheit von Mensch & Tier 07. Juni 2018

Das Veterinäramt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert aus gegebenem Anlass über die korrekte Vorgehensweise beim Ankauf von neuen Bienenvölkern.

Bei manchen Imkern ist es inzwischen üblich, Kunstschwärme, d.h. neue Bienenvölker, von Großhändlern oder anderen Quellen über das Internet zu beziehen. Dabei ist vielen Imkern nicht bewusst, dass solche Lieferungen von entsprechenden Gesundheitszeugnissen begleitet sein müssen, damit keine Bienenseuchen oder Bienenparasiten in die Region eingeschleppt werden.


Aktuell wurden auch dem Landratsamt Berchtesgadener Land Fälle bekannt, bei denen Kunstschwärme aus Süditalien ohne gültige Gesundheitszeugnisse in den Landkreis verbracht wurden. Nachdem in Süditalien große Gebiete mit einem Bienenschädling, dem „Kleinen Beutenkäfer“, Probleme haben und in Deutschland der Befall mit diesem Parasiten eine anzeigepflichtige Tierseuche darstellt, wird ausdrücklich davor gewarnt, Kunstschwärme aus nicht sicheren Quellen zu beziehen.


Der Kleine Beutenkäfer ist ein exotischer Parasit und würde bei einer Einschleppung (in Deutschland bisher kein Nachweis) für immense wirtschaftliche Schäden sorgen. Er kann sich in befallenen Bienenvölkern massenhaft vermehren und frisst Brut, Honig und Pollen. Er zerstört die Waben und seine Ausscheidungen führen zum Verderb des Honigs. Bei sehr starkem Befall kommt es schließlich zum Absterben oder zur Flucht der Bienenvölker. Daher müssten in dem betreffenden Bestand alle Bienenstöcke samt Bienen verbrannt werden. Zudem muss u. a. der Boden um die Fluglöcher großflächig abgetragen und entsorgt werden, da sich der Beutenkäfer im Boden vermehrt.


Das Veterinäramt im Landratsamt rät daher dringend dazu, bei Bedarf an Bienenvölkern bei den örtlichen Imkervereinen nachzufragen und über diese Bienenvölker aus der Region zu beziehen.