Verblendung, Diskriminierung und Gewalt ermöglichten Nationalsozialismus

Landkreis
24. März 2016

Kreistagsmitglieder besichtigten Dokumentation Obersalzberg

„Die Dokumentation Obersalzberg leistet äußerst wertvolle Arbeit bei der geschichtlichen Aufarbeitung der Entstehung und der Funktionsweise des NS-Regimes, das schließlich Deutschland mit dem 2. Weltkrieg in die Katastrophe führte“, so die einhellige Meinung der Mitglieder des Kreistages Berchtesgadener Land zum Abschluss eines Rundgangs durch das Informationszentrum und die Bunkeranlagen am Obersalzberg.


In der Dokumentationsstelle wird jedem Besucher sehr deutlich, wie die Nationalsozialisten zwischen 1933 und 1945 Propaganda und Personenkult mit Mitteln der Verblendung und der Diskriminierung zur systematischen Machtergreifung und zum Machterhalt nutzten und wie sehr der Machtmissbrauch in unvorstellbare Gräueltaten und Menschenvernichtung mündete.


Das Interesse an der Dokumentationsstelle ist seit 1999, dem Jahr der Eröffnung, ungebrochen hoch. Zunächst für bis zu 30.000 Besucher ausgelegt, steigerten sich die Besucherzahlen auf den Spitzenwert von 2015 mit insgesamt 170.000 Besuchern. In den Sommermonaten kommen bis zu 1.500 Besucher täglich zur Besichtigung. Insgesamt besuchten bereits 2,4 Millionen Besucher die Einrichtung, davon rund 500.000 Schülerinnen und Schüler, wie der stellvertretende Fachliche Leiter Albert Feiber vom Institut für Zeitgeschichte erläuterte. Man bewege sich vor allem im Sommer an der Kapazitätsgrenze.


Das Zwei-Säulen-Konzept mit der geschichtlichen Aufarbeitung in der Dokumentation einerseits und der touristischen Nutzung durch das 5-Sterne-Hotel am Obersalzberg habe sich eindeutig bewährt und sollte angesichts des hohen Zuspruchs weiter entwickelt werden, so Landrat Georg Grabner am Schluss des Rundgangs.  


Gerade in der heutigen Zeit sei es wichtig, geschichtliche Zusammenhänge mit der Entstehung und der Funktionsweise des Naziregimes insbesondere der jungen Generation zu vermitteln, waren sich die Kreistagsmitglieder einig. Bewusst wollten sie mit dem Besuch der Dokumentation Obersalzberg einen Kontrapunkt zu rechtsgerichteten Demonstrationen in den letzten Monaten, auch im Landkreis setzen.

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