Offizielle Übergabe eines Schlauchwagens

Sicherheit & Verkehr
17. März 2016

Die Freiwillige Feuerwehr Bischofswiesen freut sich über ein neues Einsatzfahrzeug

Zur Verbesserung des Katastrophenschutzes stellte der Bund dem Landkreis Berchtesgadener Land einen neuen Schlauchwagen zur Verfügung. Bei einer Besprechung über den Standort des Fahrzeuges fiel die Wahl des Landratsamtes Berchtesgadener Land in einer Besprechung mit der Kreisbrandinspektion auf die Freiwillige Feuerwehr Bischofswiesen, die das stattliche Geschenk dankend angenommen hat. Die Feuerwehr Bischofswiesen bietet im südlichen Landkreis einen idealen Standort und ist auch für Einsätze im nördlichen Landkreis die nächstliegende Wehr. Zudem verfügt die Freiwillige Feuerwehr Bischofswiesen über eine neuwertige Anlage zum Waschen und Prüfen des umfangreichen Schlauchmaterials. Und schließlich gab man den Bischofswiesern das Vertrauen, weil sie über genügend aktive Feuerwehrmänner verfügen, die das Fahrzeug mit drei Mann besetzen und auch bedienen können.


Zur Verbesserung des Katastrophenschutzes verteilt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in diesem Jahr 103 Feuerwehrfahrzeuge (Schlauchwägen) an die verschiedenen Landkreise. Der Schlauchwagen beinhaltet Schläuche für zwei Kilometer Länge und kann somit bei größeren Katastrophen, wie zum Beispiel Waldbränden, die Wasserförderung über weite Strecken sicherstellen. Am 4. März 2016 übernahmen die beiden Bischofswieser Kommandanten Georg Grassl und Martin Irlinger zusammen mit Bürgermeister Thomas Weber sowie dem Sachbearbeiter für Katastrophenschutz vom Landratsamt Berchtesgadener Land Sepp Kernbichler das Feuerwehrfahrzeug in Bonn – Dransdorf. Am letzten Mittwoch, den 16.03.2016, wurde das Fahrzeug von Landrat Georg Grabner offiziell übergeben.


Die Schlauchwägen wurden von der Firma Freytag Karosseriebau in Elze gefertigt. Als Fahrgestell wurde ein MAN TGM 13250 To 4x4 BB verwendet. Im Fahrzeug werden 2000 Meter B-Schläuche mitgeführt. Die Schlauchleitungen liegen zusammengekuppelt zu jeweils zehn Schläuchen je 20 Meter in Kassetten, deren Leitungen wiederum verbunden sind. Nachdem die Kassetten links und rechts im Fahrzeug deponiert sind, können bei langsamer Fahrt zwei Leitungen mit 1000 Meter oder eine Leitung mit 2000 Meter verlegt werden. Um das Verlegen der Schlauchleitungen beobachten zu können, wurde ein Sitz für eine Einsatzkraft installiert. So besteht über eine Gegensprechanlage zum Fahrer eine ständige Kommunikationsmöglichkeit. Auch an ein sicheres Queren der verlegten Leitungen an Kreuzungen und Einmündungen wurde mittels 12 Schlauchbrücken gedacht. Um größere Entfernungen oder Höhenunterschiede zu überwinden, wird eine Tragkraftspritze mitgeführt, die sowohl an der Wasserentnahmestelle bis zu 1500 Liter pro Minute fördern kann oder in der Schlauchleitung als Verstärkerspritze eingesetzt werden kann. Zusätzlich beinhaltet das Fahrzeug einen Faltbehälter für 5000 Liter Wasser, um einen kontinuierlichen Pumpenbetrieb sicher zu stellen.  


Einsatz auch bei kleineren Bränden  

Durch weitere Schläuche und Armaturen ist auch ein autarker Einsatz des Schlauchwagens bei kleineren Bränden möglich. Die Ladebordwand ermöglicht eine Nutzung als Logistikfahrzeug und erleichtert die Be- und Entladung von Waren. Hierzu müssen nur die Schlauchkassetten entnommen werden. Dann können bis zu acht Paletten mit einem Gesamtgewicht von 4000 kg transportiert werden.


Bischofswiesens Bürgermeister Thomas Weber, der selbst Feuerwehrführungsmann ist, bezeichnete das Fahrzeug als ideale Ergänzung und freute sich darüber, dass die verschiedenen Feuerwehren über den Tellerrand hinausschauen. Seinen Feuerwehrkameraden wünschte Weber viel Freude beim Üben. Landrat Georg Grabner gratulierte der Bischofswieser Feuerwehr zum neuen Fahrzeug und gab seine Hoffnung zum Ausdruck, dass man vor Katastrophen verschont bleibe. Kommandant Georg Grassl dankte für das Vertrauen sowie die Wertschätzung, dieses Fahrzeug bekommen zu haben und erklärte, stets über genügend Personal zu verfügen, dass das neue Fahrzeug immer einsatzfähig sein würde. „Dieses Fahrzeug passt logistisch und einsatzmäßig genau nach Bischofswiesen, unsere Mannschaften haben sich riesig über das staatliche Geschenk gefreut. Bei der Anlieferung waren wir mit über 100 Mann im Feuerwehrhaus versammelt und haben diesen Anlass gebührend gefeiert“, so der Kommandant. „Wir haben ohne Vorankündigung von dieser Zuweisung erfahren. Jetzt dürfen wir natürlich diese lange Schlauchstrecke nicht zu oft zu Übungen herausreißen und damit unsere Freiwilligen zu überstrapazieren“, empfahl Kreisbrandrat Sepp Kaltner, der sich auch darüber freute, dass die Bischofswieser Feuerwehr durch das neue Fahrzeug im Landkreiskontingent aufscheint. 

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