Migranten fit für die eigene Wohnung

Jugend, Familie & Soziales
28. November 2017

Flüchtlinge können weder den Müll trennen, noch halten sie sich an die Hausordnung. Mit diesen Vorurteilen konnte nun in einer ersten modularen Mieterqualifizierung in Marktschellenberg aufgeräumt werden. Durchgeführt wurde die Schulung wurde von der Integrationslotsin für den Landkreis Berchtesgadener Land, Astrid Kaeswurm mit Unterstützung des Helferkreises Marktschellenberg.

Sieben Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft in Marktschellenberg nahmen an einer vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration unterstützten Mieterschulung, dem „Neusässer Konzept“, teil. Die Schulung umfasst fünf Module mit Schwerpunkt Verhalten als Mieter, Kommunikation mit Vermietern und Verstehen von Rechten und Pflichten.


Es stellte sich heraus, dass es wichtig ist, auch einen Praxisteil zu Mülltrennung, Brandschutz, Nutzung von Haushaltsgeräten und den Einsatz von Putzmitteln zu schulen.


Besonderes Highlight im Praxisteil bildete die Brandschutzschulung, durchgeführt von Stefan Hurter, Berufsfeuerwehrmann der Bundeswehr.


In einer etwa einstündigen Präsentation erläuterte Hurter die Beschilderung von Fluchtwegen in Gebäuden und auf Feuerlöschern. Besonders interessant für die Teilnehmer war die Übung mit einer Wärmekamera. Mit deren Hilfe können Geräte, die zur Überhitzung neigen, erkennbar gemacht werden.


Im zweiten Teil der Brandschutzschulung wurde mit Übungsfeuerlöschern ein Brand gelöscht. Die Flüchtlinge, die bislang den Feuerlöschern mit großem Respekt begegnet sind, schafften es in Rekordzeit, den Löscher zu entriegeln und den Brand zu löschen. Zurück in der eigenen Unterkunft wurde dann auch gleich der eigene Feuerlöscher unter die Lupe genommen und die Beschriftung geprüft.


Franz Halmich, Erster Bürgermeister Markt Marktschellenberg, überreichte den Absolventen in einer Feierstunde ihre Teilnahmebescheinigungen. Der Markt möchte die Absolventen bei ihrer Wohnungssuche unterstützen. Für den Bürgermeister ist der Erwerb dieser Grundlagen ein wichtiger Schritt hin zur Selbstständigkeit.


Die frisch Ausgebildeten suchen nun insgesamt drei Wohnungen; eine Wohnung für zwei Erwachsene mit vier Kindern, eine Wohnung für eine Mutter mit vier Kindern und eine Wohnung für einen Vater mit drei Kindern.


Die nächste Schulung wird vom Bildungszentrum Max Aicher in den Räumen der Caritas Geschäftsstelle in Bad Reichenhall durchgeführt.


Interessierte Migrantinnen und Migranten, die an einer der kommenden Schulungen teilnehmen möchten, können sich bei Astrid Kaeswurm im Landratsamt Berchtesgadener Land, Telefon +49 8651 773 475, E-Mail: astrid.kaeswurm@lra-bgl.de informieren und anmelden.

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