Gute Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft & Naturschutzbehörde

Umwelt & Natur
07. April 2021

2021 erstmals über 10 km² im Vertragsnaturschutzprogramm im Berchtesgadener Land

Im Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramm fördert die Naturschutzverwaltung Landwirtschaft im Sinne der Artenvielfalt. Im Landkreis Berchtesgadener Land steigt die Zahl der teilnehmenden Betriebe kontinuierlich. Auch die Schafhaltung in kleineren Betrieben wird nun im Berchtesgadener Land gefördert.


Mit Februar endete die Antragsstellung für das bayerische Vertragsnaturschutzprogramm (VNP). Durch diese „Agrarumweltmaßnahme“ wird die schonende Bewirtschaftung von ökologisch wertvollen Wiesen, Weiden, Äckern, Teichen und Wäldern gefördert. Die Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit von Naturschutz- und Landwirtschaftsverwaltung. Landbewirtschafterinnen und -bewirtschafter verpflichten sich dabei, Flächen fünf Jahre lang naturschonend zu bewirtschaften – und werden für den zusätzlichen Aufwand honoriert. So werden beispielsweise Düngeverzicht und späte Schnittzeitpunkte vergütet. Gerade auf Grenzertragsflächen, wie Moorwiesen oder Magerrasen ist das Programm ein wichtiger Anreiz, die traditionelle Nutzung fortzuführen.


Im Berchtesgadener Land steigt die Zahl der teilnehmenden Betriebe seit Jahren. In diesem Jahr wurde erstmals 1.000 ha erreicht. Zum Vergleich: Das entspricht etwa der doppelten Fläche des Königssees oder gut fünf Prozent der landwirtschaftlichen Fläche im Landkreis. Es handelt sich um ca. 1.050 Einzelflächen, die von über 350 Betrieben gepflegt werden. Etwa 400.000 Euro an Fördermitteln werden derzeit jährlich an die Landwirte im Landkreis ausgezahlt. Diese Summe setzt sich aus Landes-, Bundes- und EU-Mitteln zusammen.


Betriebe, die sich für eine Teilnahme am Programm ab 2022 interessieren, werden gebeten, sich in den nächsten Monaten an die untere Naturschutzbehörde am Landratsamt zu wenden (Henrik Klar, +49 8651 773 847, E-Mail: henrik.klar@lra-bgl.de).


Infrage kommende Flächen können so im Frühling und Sommer begutachtet werden, um gemeinsam individuelle Pflege- und Bewirtschaftungskonzepte abzustimmen. Weitere Informationen gibt es hier.


Neben dem Vertragsnaturschutzprogramm werden nun auch Schaf- und Ziegenhalter gefördert. Dabei werden jene Landwirte, die 20 oder mehr Muttertiere haben, vom Freistaat Bayern unterstützt. Die kleineren Betriebe mit 5 bis 19 Schafen oder Ziegen erhalten nun direkt vom Landkreis finanzielle Förderung. Im Jahr 2020 wurden die Schaf- und Ziegenhalter aus Landkreismitteln mit insgesamt fast 12.000 Euro unterstützt.


Anträge für das Jahr 2021 können ab Oktober wieder beim Landratsamt gestellt werden. Weitere Informationen zur Antragstellung gibt es hier.

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