Energieagentur für Südostbayern

Umwelt & Natur
20. Oktober 2015

Neutrale und fachkompetente Beratung in vier Landkreisen – regionale Wirtschaft wird eingebunden

In den Landkreisen Berchtesgadener Land, Altötting, Mühldorf a. Inn und Traunstein soll eine gemeinsame Energieagentur geschaffen werden. Als zentrale Anlaufstelle für Bürger, Kommunen und Unternehmen soll die Energieagentur neutrale und fachkompetente Informationen und Beratungsangebote mit Einbindung der regionalen Wirtschaft und Energieberater zum Thema Energie und energetische Sanierung bieten.  


Der Ausschuss für Umweltfragen und Energie des Landkreises Berchtesgadener Land befürwortete am Mittwoch, den 14. Oktober einstimmig, die Gründung einer regionalen Energieagentur gemeinsam mit den beteiligten Landkreisen weiter voranzutreiben.  


„Riesiger Schritt nach vorne für mehr Klimaschutz in der Region“

Landrat Georg Grabner hob in der Sitzung eingangs hervor, dass die Energieagentur enorm wichtig sei, um Haushalte, Wohnungswirtschaft und Unternehmen flächendeckend anzusprechen, zur Umsetzung von Energieeinsparmaßnahmen zu motivieren und sie dabei qualifiziert zu beraten. „Das ist ein riesiger Schritt nach vorne für mehr Klimaschutz in der Region“, ist Landrat Grabner überzeugt. Er zeigte sich daher sehr erfreut, dass die Gespräche und die bisherige Zusammenarbeit in diesem Projekt mit den drei weiteren Landkreisen so positiv waren. Wie im Landkreis Berchtesgadener Land wurde auch im Landkreis Traunstein am Mittwoch ein einstimmiger Beschluss gefasst; in den kommenden Wochen wollen auch Altötting und Mühldorf in den Ausschüssen die Weichen stellen. Die endgültige Entscheidung wird dann im Kreistag getroffen.


In Bayern gibt es bereits zehn Energieagenturen, die durch ihre organisatorische Nähe zu Städten, Gemeinden und Landkreisen produktneutrale Beratung rund um Energieeffizienz und erneuerbare Energien anbieten. Eine der Energieagenturen ist das Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza), das schon seit 17 Jahren erfolgreiche Arbeit leistet. Martin Sambale, Geschäftsführer von eza entwickelte in Zusammenarbeit mit den beteiligten Landkreisen ein Konzept für den Aufbau einer neuen Energieagentur in Südostbayern und stellte dieses im Ausschuss vor. Dabei ließ er auch seine langjährigen Erfahrungen aus dem Allgäu miteinfließen und erläuterte die Arbeit der zukünftigen Energieagentur anhand von Beispielen aus der Praxis. Für Sambale ist die Größe mit vier Landkreisen für die Arbeit einer Energieagentur „perfekt“. Für einen Landkreis alleine sei der Aufbau einer Energieagentur mit einer so professionellen Beratung kaum zu stemmen.      


Freistaat Bayern unterstützt Energieagenturen finanziell

Der Aufbau von Energieagenturen wird durch den Freistaat Bayern bezuschusst. Ein entsprechender Förderantrag soll noch in diesem Jahr eingereicht werden. Der Landkreis Berchtesgadener Land muss mit einem Finanzierungsanteil von rund 51.000 Euro im ersten Jahr rechnen. Mit zunehmenden Erlösen der Energieagentur in den folgenden Jahren soll der durch die Landkreise zu leistende Beitrag sukzessive sinken.  


Die Energieagentur soll künftig auch die Klimaschutzaktivitäten des Landkreises optimal unterstützen. Klimaschutzmanager Manuel Münch erläutert, dass Leistungen der Energieagentur, die regional gebündelt werden, kostengünstiger und qualitativ hochwertiger für landkreisspezifische Projekte effektiv genutzt werden können. Die Aufgabenfelder der Energieagentur sind so konzipiert, dass sie nicht in Konkurrenz zu bestehenden Angeboten treten. Vielmehr soll die neue Energieagentur mit den Akteuren, Initiativen und der regionalen Wirtschaft eng zusammenarbeiten. 

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