Energieeffizientes Bauen & Sanieren

Fast die Hälfte der in Deutschland eingesetzten Energie wird in Gebäuden verbraucht – hier anzusetzen lohnt sich also besonders. Ein gut gedämmtes Haus bietet nicht nur ein angenehmes Wohnklima, sondern spart auch viel Energie und damit Kosten.

ZEHN GEBOTE, DEN ENERGIEVERBRAUCH VON WOHNGEBÄUDEN ZU OPTIMIEREN

(nach: Gesellschaft für Rationelle Energieverwendung 2009):

  1. Gute Planung und Qualitätssicherung vor Ort - Eine gute Planung erspart Ihnen vergleichsweise teurere Nachbesserungen in Zukunft. Überwachen Sie mithilfe von Experten die Qualität der Maßnahmen während der Bauzeit.
  2. Energieeinsparung hat Vorrang vor dem Einsatz erneuerbarer Energien - Es ist deutlich umweltfreundlicher und kostengünstiger Energie einzusparen als erneuerbare Energien zu nutzen.
  3. Kompakte Bauweise und günstige Orientierung - Eine kompakte Bauweise schützt vor Wärmeverlusten, eine gute Orientierung des Gebäudes zur Sonne spart Energie für Heizung und Beleuchtung.
  4. Best möglicher Wärmeschutz - also soviel Dämmung wie möglich
  5. Wärmebrücken minimieren, Luftdichtheit maximieren - Dies sorgt für Vermeidung von Schimmelbildung und Zuglufterscheinungen.
  6. Solarenergie passiv nutzen - Gute Fenster fangen mehr Sonnenwärme ein als Solaranlagen.
  7. Kühlung per Klimaanlage vermeiden - Stattdessen Sonnenschutz und Querlüftung einplanen.
  8. Anlagentechnik optimieren - Leitungen dämmen, Wärmeerzeuger richtig einstellen, energiesparende Umwälzpumpen und großflächige Heizkörper wählen.
  9. Einsatz von Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sorgen für eine Verbesserung der Raumlufthygiene und Behaglichkeit.
  10. Erneuerbare Energien nutzen - Solaranlage, Pelletheizung, Wärmepumpe, Photovoltaik, Fernwärme, …)

ENERGIESTANDARDS – WIE GUT IST IHR GEBÄUDE?

Mit einer einfachen Überschlagsrechnung können Sie Ihr Gebäude energetisch grob einordnen. Kennzahl hierfür ist der Heizwärmeverbrauch in kWh pro Jahr und Quadratmeter.


Bestimmen Sie anhand Ihrer Rechnungen den Energieverbrauch in kWh und teilen Sie diesen durch die beheizte Wohnfläche.
  

1 l Heizöl                    10 kWh

1 m³ Erdgas                10 kWh

1 m³ Scheitholz:        1.600 kWh


Ist im Energieverbrauch die Warmwasserbereitung mit enthalten, so werden pauschal 1.000 kWh für jede im Haushalt lebende Person vor der Division abgezogen.


Heizwärmeverbrauch = (Energieverbrauch pro Jahr - 1.000 kWh pro Person) / beheizte Wohnfläche

FOLGENDE ENERGIESTANDARDS ZUM VERGLEICH

Neubau: Einfamilienhaus gesetzlicher Mindeststandard:

  • jährlicher Heizwärmebedarf von 40 bis 70 kWh/m², also 4 bis 7 Liter Heizöl/m²  


Neubau: Passivhausstandard:

  • jährlicher Heizwärmebedarf von maximal 15 kWh/m² also 1,5 Litern Heizöl/m²  


Gebäudekomplettsanierung: Drei-Liter-Haus-Standard

  • jährlicher Heizwärmebedarf von maximal 30 kWh/m² also 3 Litern Heizöl/m²

 

Liegt Ihr Heizwärmeverbrauch über 100 kWh pro Quadratmeter und Jahr, sind energetische Sanierungsmaßnahmen in Erwägung zu ziehen. Bei Werten von über 150 kWh/m²a besteht Sanierungsbedarf.

ENERGIEBERATUNG

Nutzen Sie die Möglichkeit einer professionellen Unterstützung durch Energieberater. Der Energieberater zeigt Ihnen spezifisch für Ihr Gebäude Möglichkeiten der Optimierung auf, sichert durch die Begleitung der Sanierungsmaßnahme deren Qualität und kümmert sich um finanzielle Förderung.


Energieberater in Ihrer Nähe finden Sie hier.

Häufig gestellte Fragen

Ein Energieberater untersucht Ihr Haus vor Ort und bewertet die Bauteile des Gebäudes mithilfe von Berechnungswerkzeugen energetisch. Dadurch kann der Energieberater energetische Schwachstellen finden und Optimierungsmaßnahmen empfehlen.

Energieberater sind z.B. in der Energie-Effizienz-Expertenliste der Deutschen Energieagentur gelistet. Hier finden Sie einen Experten in Ihrer Nähe.

Laut einer repräsentativen Umfrage der Deutschen Energieagentur und es ifeu-Institutes würden sich 86 % der Befragten erneut für den gewählten energetischen Standard entscheiden und 12 % sogar eine noch höhere Energieeffizienz anstreben. 97 % der Befragten möchten nie wieder in einem unsanierten Gebäude wohnen.

Das Gerücht der atmenden Wand ist über 100 Jahre alt und hält sich bis heute hartnäckig. Fakt ist, dass ein Luftaustausch durch einzelne Baustoffe hindurch theoretisch nur bei Luftdruckunterschieden (z.B. starker Wind) zu einem sehr geringen Anteil stattfinden kann, praktisch jedoch die Wand als Ganzes ohnehin durch weitere Schichten wie Putz nicht luftdurchlässig ist.