„10.000-Häuser-Programm“

Umwelt & Natur 22. September 2015

Energie und Geld sparen: Bayern fördert private Hauseigentümer bei Sanierung, Neubau oder Heizungstausch

Mit einem neuen Förderprogramm richtet sich der Freistaat Bayern an Privatleute, die eine Sanierung oder einen Neubau planen oder die alte Heizungsanlage in ihrem Eigen­heim austauschen wollen. Das „10.000-Häuser-Programm“ lockt mit einem direkten finanziellen Zuschuss und lässt sich auch mit anderen Förderprogrammen (z. B. KfW/BAFA) kombinieren. Seit dem 15. September 2015 können Anträge gestellt werden. Hintergrund ist die Schlüsselrolle, die der Verbrach von Wärmeenergie beim Klimaschutz und bei der Energiewende einnimmt. Gleichzeitig ist das Energiespar­potenzial in diesem Bereich besonders groß.  


Austausch alter Heizungsanlagen

Der Programmteil Heizungstausch richtet sich an Eigentümer selbst bewohnter Ein- und Zweifamilienhäuser, die noch einen 25 bis 30 Jahre alten Heizkessel in Betrieb haben. Ältere Heizanlagen, die der gesetzlichen Austauschpflicht nach der Energieeinspar­verordnung (EnEV) unterliegen, sind vom Programm ausgeschlossen. Wird der alte Heizkessel durch eine neue Anlage, also einen Brennwertkessel für Öl oder Gas, einen Biomassekessel oder eine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage ersetzt, bekommt der Haus­eigentümer dafür 1.000 Euro HeizanlagenBonus. Weitere 500 Euro Zuschuss gibt es für den Einbau einer Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung. Wird die Sonnen­wärme auch zur Heizungsunterstützung verwendet, legt der Freistaat zusätzlich noch einmal 500 Euro oben drauf. Die maximale Förderung liegt also bei 2.000 Euro je Wohngebäude.


Sanierung und innovative Heiz-/Speicher Systeme

Im Programmteil EnergieSystemHaus geht es dagegen um die Förderung der energe­tischen Modernisierung von Bestandsbauten sowie energieeffizienter Neubauten (Ein- und Zweifamilienhäuser). Direkte Zuschüsse werden in Form von TechnikBoni (1.500 bis 9.000 Euro) für den Einsatz intelligenter Heiz-/Speicher-Systeme wie z. B. Solar­thermie, netzdienliche Photovoltaik, Holzheizung, Wärmepumpen oder Kraft-Wärme-Kopplung gewährt und in Form von EnergieeffizienzBoni (3.000 bis 9.000 Euro) für das Erreichen eines spezifischen Heizwärmebedarf-Niveaus bei einem Neubau oder durch energetische Sanierung bei einem Bestandsgebäude. Insgesamt kann so, je nach ener­getischem Anspruch des Vorhabens, eine Förderung in Höhe von bis zu 18.000 Euro je Wohneinheit beantragt werden. Voraussetzung ist eine KfW-Förderung als Effizienz­haus und zwar als Effizienzhaus 115 beim Altbau und Effizienzhaus 55 beim Neubau.  


Förderung „nur solange der Vorrat reicht“

Förderungen nach dem „10.000-Häuser-Programm“ werden als direkte Zuschüsse aus­bezahlt. Anträge können nur online unter www.energiebonus.bayern.de gestellt werden und werden nur bis zur Ausschöpfung der jährlich zur Verfügung stehenden Förder­mittel angenommen. Die Bearbeitung erfolgt in Reihenfolge der Antragstellung (Wind­hundprinzip). Bereits begonnene oder schon abgeschlossene Projekte werden nicht ge­fördert.


Weitere Informationen hält das Landratsamt Berchtesgadener Land unter der Telefonnummer +49 8651 773 855 bereit.

Infos gibt es auch auf der Homepage der Bayerischen Staatsregierung.