Menschen helfen und Umwelt schützen

Umwelt & Natur
19. November 2021

„Wir gemeinsam für weniger Abfall – unsere Gemeinschaft für mehr Nachhaltigkeit,“ lautet das diesjährige Motto der Europäischen Woche der Abfallvermeidung. Nachhaltigkeit bedeutet auch Abfälle zu vermeiden und somit Ressourcen zu schonen. Nach wie vor gelangen tausende Tonnen Lebensmittel in die Restmülltonne, obwohl sie für den Verzehr noch brauchbar wären. Besonders durch die wertvolle Arbeit der Hilfsorganisationen wie den Tafeln können Lebensmittelabfälle reduziert und zugleich bedürftigen Menschen geholfen werden.

Vom morgigen Samstag, 20. bis zum 28. November 2021 findet die diesjährige Europäische Woche der Abfallvermeidung statt. „Rund zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel werden in Deutschland jedes Jahr entlang der Lebensmittelversorgungskette als Abfall entsorgt. Damit werden jeden Tag etliche Tonnen Lebensmittel vernichtet, obwohl große Mengen davon noch verzehrfähig sind. Das betrifft auch unseren Landkreis. Gleichzeitig sind im Land und in der Region viele Menschen von Armut betroffen. Grund genug um auf die Arbeit der Hilfsorganisationen wie BRK, Caritas, die Tafeln und andere, die sich für die Weitergabe von Lebensmittel einsetzen, hinzuweisen,“ so Thomas Hartenberger, Leiter der Kommunalen Abfallwirtschaft im Landkreis Berchtesgadener Land. „Die Herstellung von einem Kilogramm Brot verursacht rund 600 bis 1000 Gramm CO2-Emissionen über den gesamten Weg vom Feld auf den heimischen Tisch. Der verschwenderische Umgang mit genießbaren Lebensmitteln ist nicht nur eine ungeheure Ressourcenverschwendung, sondern hat zudem gravierende Folgen für unser Klima.“
 

Bundesweit über 950 Tafeln retten überschüssige, qualitativ einwandfreie Lebensmittel und verteilen diese an Menschen, die in Not sind. Pro Jahr werden so mehr als 250.000 Tonnen Lebensmittel an über 1,5 Millionen Menschen weitergegeben.
 

Wer Einkäufe gut plant (Einkaufszettel hilft dabei), Lebensmittel richtig lagert (Kühlschrank richtig befüllen) und Reste sinnvoll verwertet (richtig konservieren) kann Lebensmittelabfälle zwar reduzieren, leider kommt es im Alltag aber dann oft anders als geplant: Kühlschrank zu voll, Besuch nicht gekommen, lieber doch ins Restaurant zum Essen gegangen oder Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten und schnell wandern die Lebensmittel in die Tonne.
 

Informationen zur Mindesthaltbarkeit

Ein wichtiges Anliegen ist dem 1. Vorsitzenden der Bad Reichenhaller Tafel, Wolfgang Heitmeier, die Aufklärung rund um das Thema Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) von Produkten: „Viele Lebensmittel sind nach Überschreiten des MHD noch sehr gut genießbar. Der Hersteller garantiert mit diesem Datum, dass das Produkt bei korrekter Lagerung seine gewünschten Eigenschaften wie Aussehen und Konsistenz bis zu dem aufgedruckten Datum mindestens beibehält. Bei Lebensmitteln mit MHD sind es also regelmäßig keine Gründe, die mit Ungenießbarkeit, Schimmel oder Krankheitserregern zu tun haben. Denn solche Lebensmittel, die schnell verderben oder bei denen sich gefährliche Krankheitserreger bilden können wie Fisch oder Hackfleisch, haben eben kein MHD, sondern ein Verbrauchsdatum („zu verbrauchen bis“). Danach sollten diese Lebensmittel nicht verzehrt werden und sie sind auch bei den Tafeln selbstverständlich aussortiert.“
 

Abfallberater Andreas Wurm ergänzt: „Zu viel eingekaufte Lebensmittel ebenso wie Lebensmittel, die im Vorratsschrank das MHD gerade erreichen und nicht mehr verbraucht werden können, gerne zur örtlichen Tafel bringen, am besten immer gegen Ende der Woche, da die Tafeln zu diesem Zeitpunkt in der Regel ihre Lebensmittelausgabe haben.“
 

Im Landkreis Berchtesgadener Land gibt es derzeit fünf Tafeln in den Gemeinden Bad Reichenhall, Berchtesgaden, Freilassing, Laufen und Teisendorf. Alle tragen mit ihrer Arbeit zur Abfallvermeidung bei. Die Arbeit der Tafeln lebt von ehrenamtlicher Unterstützung. Alle Tafeln freuen sich über Unterstützung in vielseitigen Bereichen. Vom Fahrer, über das Lager, zur Ausgabe bis hin zur Verwaltung oder Dolmetschertätigkeiten. Tafeln sind somit auch ein Ort der Begegnung und des generationenübergreifenden sowie interkulturellen Austauschs.
 

Kontakt zu den 5 Tafeln im Landkreis Berchtesgadener Land:
 

  • Tafel Bad Reichenhall e. V., Tiroler Str. 17, Wolfgang Heitmeier, Tel.: 0157-82648889 tafel.reichenhall@mailbox.org
     
  • Tafel Berchtesgaden e. V., Rathausplatz 1, 83471 Berchtesgaden, Manfred Weber, weber@berchtesgadener-tafel.de
     
  • Tafel Freilassing im Diakonieverein Freilassing e. V., Lindenstr. 6, 83395 Freilassing, Erika Kloss, 0179-2115998, info@tafel-freilassing.de
     
  • Tafel Laufen, Spannbruckerplatz 6, 83410 Laufen, Martina Kern 08682-7807 und Resi Heidenthaler 08682-7783, tafel-laufen@gmx.de
     
  • Tafel Teisendorf, Alte-Reichenhaller-Str. 3, 83317 Teisendorf, Liesi Plener, Franz Aschauer, 08666-1408 u. 08666-7427, tafel-teisendorf@t-online.de
     

Alle Fragen zur Abfallwirtschaft beantwortet die Abfallberatung gerne per E-Mail an abfallberatung@lra-bgl.de und am Telefon unter 0049 8651 773-503.
 

Informationen rund um das Thema „Europäische Woche der Abfallvermeidung (EWAV)“ können online unter https://www.wochederabfallvermeidung.de/home/ nachgelesen werden. Aktuelles und Hinweise zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung, auch für Gewerbetreibende, sind unter https://www.zugutfuerdietonne.de/ zu finden.

Kontakt

Kommunale Abfallwirtschaft

Telefonische Erreichbarkeit:
Montag - Mittwoch: 9:00 - 12:00 Uhr
Donnerstag: 14:00 - 16:00 Uhr

  • +49 8651 773 123

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