Vorübergehende Unterkunft für Flüchtlinge in Bad Reichenhall

Landkreis
17. März 2022

Das Landratsamt Berchtesgadener Land und die Stadt Bad Reichenhall informieren über die Schaffung einer Dezentralen Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete aus der Ukraine.

Der Krieg in der Ukraine hat einen Flüchtlingsstrom ungekannten Ausmaßes ausgelöst. Die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung ist groß, die zuständigen Behörden sehen sich indes gewaltigen Herausforderungen gegenüber, alle Hilfsbedürftigen adäquat unterzubringen.


Vor diesem Hintergrund hat der Landrat des Landkreises Berchtesgadener Land Bernhard Kern den Oberbürgermeister der Stadt Bad Reichenhall Christoph Lung am Mittwoch-Nachmittag offiziell informiert, dass das Hotel Axelmannstein in den kommenden Monaten für die Flüchtlingsunterbringung genutzt werden muss. Geplant ist, dort eine dezentrale Erstaufnahmeeinrichtung zu schaffen. Den Verantwortlichen ist wichtig zu betonen, dass dies nur eine vorübergehende Nutzung sein kann, der Vertrag mit der Eigentümergesellschaft ist zunächst auf ein halbes Jahr befristet.


Landrat Bernhard Kern, der derzeit gemeinsam mit seinen Mitarbeitern dringend nach weiteren Unterkünften sucht, kündigt an, dass voraussichtlich beginnend mit Donnerstag, 17. März 2022,  im Axelmannstein erste Geflüchtete untergebracht werden sollen. Er dankt der Stadt Bad Reichenhall für den großen Beitrag zur Unterbringung im Herzen der Stadt und versichert, dass das Landratsamt auch weiterhin die Hilfe vor Ort koordinieren werde.


Oberbürgermeister Dr. Christoph Lung bittet die Bevölkerung um Verständnis und ruft zur Unterstützung auf: „Wir stellen damit unsere Hilfsbereitschaft unter Beweis und zeigen eine große humanitäre Geste, indem wir dieses wunderbare altehrwürdige Gebäude zu einem sicheren Zufluchtsort machen. Ich bitte alle Reichenhallerinnen und Reichenhaller, die Flüchtlinge in europäischer Solidarität und mit christlicher Nächstenliebe aufzunehmen. Ich bitte darum, diesen Menschen in Not aufgeschlossen und hilfsbereit gegenüberzutreten.“


An den Eigentümer des Hotel Axelmannstein richtet der Oberbürgermeister gleichzeitig eine klare Botschaft: „Ich erwarte mir, dass die Eigentümer-Gesellschaft ihren Verpflichtungen nachkommt und die seit Längerem verabredeten Schritte zur Sanierung auch tatsächlich durchführt. Eigentum verpflichtet – und das gilt bei einem sensiblen und für die Stadtentwicklung derart bedeutenden Objekt wie dem Axelmannstein in besonderem Maße. Es kann nicht angehen, dass über diese wichtige humanitäre Geste das äußere Erscheinungsbild der Axelmannstein in Vergessenheit gerät. Ich fordere den Eigentümer daher dazu auf, bei den aus der Bevölkerung zu Recht oft monierten Punkten Abhilfe zu schaffen.“ Die Verantwortlichen der Stadt hätten gemeinsam mit übergeordneten Behörden in der Vergangenheit sehr viel Arbeit in die Planungen rund um das Axelmannstein gesteckt und dabei aus städtebaulicher und denkmalpflegerischer Sicht durchaus auch schmerzhafte Kompromisse gemacht – mit dem Ziel das Axelmannstein in neuem Glanz erstrahlen lassen zu können, so der Oberbürgermeister. Dieses von den Eigentümern selbst formulierte Ziel müsse unbedingt nach wie vor verbindlich sein.
 

Zunächst bleibt jedoch der humanitäre Aspekt der Aufnahmebereitschaft im Vordergrund. Insgesamt ist zu hoffen, dass der schreckliche Krieg in der Ukraine bald endet und die zu uns geflüchteten Menschen zeitnah und sicher in ihr Heimatland zurückkehren können.