Netzwerktreffen zu Auswirkungen des Ukraine-Kriegs

Landkreis
26. März 2022

Die aktuelle Flucht-Situation stellt den Landkreis Berchtesgadener Land vor große Herausforderungen. Daher ist es wichtig, möglichst frühzeitig wirksame Vorbereitungen zu treffen. Auf Einladung von Integrationslotsin Astrid Kaeswurm haben sich am Montag, 21. März 2022, Hauptamtliche aus dem Landratsamt, den Gemeinden und Städten sowie aus regionalen Hilfsorganisationen zu einem ersten Netzwerktreffen zur Ukraine-Krise getroffen.

Viele Auswirkungen der Flüchtlingsbewegung sind zum jetzigen Zeitpunkt noch kaum abschätzbar. Umso wichtiger sind ein frühzeitiges landkreisweites Netzwerken und ein gemeinsamer Austausch, etwa hinsichtlich Personal- und Raumbedarfs. Im Landkreis Berchtesgadener Land können die Akteure bereits auf ein über die vergangenen Jahre gefestigtes Netzwerk zurückgreifen. Seit der Fluchtbewegung 2015 stehen die Netzwerkpartner stetig im Austausch zu Integrationsthemen.
 

Bei dem Netzwerktreffen kamen Vertreter der Gemeinden und Städte, der Fachämter im Landratsamt, der Flucht- und Integrationsberatungen der Arbeiterwohlfahrt und der Caritas sowie des Schulamts gemeinsam mit Vertretern von Schulen und Kindertagesstätten zusammen, um sich zu anstehenden Integrationsaufgaben für geflüchtete Kinder und Jugendliche auszutauschen.
 

„Integration gelingt am besten durch Bildung“, ist Astrid Kaeswurm überzeugt. „Daher sollen auch bei uns im Landkreis möglichst zügig die geflüchteten Kinder und Jugendlichen einen Bildungsalltag erleben – sei es im Kindergarten oder beim Schulbesuch. Das betrifft aber auch Eltern, die schnell Deutsch lernen möchten.“ Beim Netzwerktreffen wurden daher auch schon erste Ideen zur Umsetzung angesprochen – etwa niederschwellige Angebote im Bereich der Kinderbetreuung der nicht-schulpflichtigen Kinder.


Hingewiesen wurde in der Netzwerkrunde aber auch darauf, dass für geflüchtete Kinder langfristig dieselben gesetzlichen Vorgaben gelten wie für einheimische Kinder und es hier ebenfalls zu Plätzen auf Wartelisten für einen regulären Kindergartenplatz kommen kann.
 

Das Schulamt und die ortsansässigen Schulen nehmen von SchülerInnen bereits Anmeldungen entgegen. Eine Schulpflicht gilt nach 90 Tagen. Das Kultusministerium sieht hierzu die Einrichtung sogenannter pädagogischer Willkommensgruppen vor. In diesen sollen Kinder, die aus der Ukraine in den Landkreis kommen, alters- und leistungsstandunabhängig zunächst pädagogisch betreut und beschult werden. Geflüchtete LehrerInnen aus der Ukraine, könnten in diesem Bereich sehr gut unterstützen. Das Staatliche Schulamt nimmt gerne Angebote von interessierten Lehrkräften entgegen – sowohl deutschsprachig als auch ukrainisch/russisch. Mit den einzelnen Schulen werden dann entsprechende weitere Lösungen erarbeitet, um möglichst viele Kinder in den angedachten Willkommensgruppen unterzubringen.
 

Die Bildungsträger für Integrations- und Deutschkurse im Landkreis möchten den Bedarf ebenfalls an die aktuellen Gegebenheiten anpassen und freuen sich über Angebote an Personal und Räumen, um entsprechende Sprachkurse zeitnah anbieten zu können.
 

Menschen, die im Landkreis Schutz und eine neue Heimat finden, sollen Bildungsangebote nutzen können. Aktuell ist noch vieles im Aufbau – Astrid Kaeswurm bat daher abschließend um Verständnis, dass nicht alle Erwartungshaltungen sofort erfüllt werden können. Die hauptamtlichen Strukturen leisten derzeit ihr Möglichstes, um der aktuellen Situation gerecht zu werden.
 

Einig war sich die Runde darin, wie wichtig insbesondere ehrenamtliche Unterstützung ist. Interessierte an einer ehrenamtlichen Arbeit können sich bei Verena Seel, Ehrenamtskoordinatorin der Caritas, Telefon 0049 151 22142021, verena.seel@caritasmuenchen.de oder bei Astrid Kaeswurm, Integrationslotsin im Landratsamt, Telefon 0049 8651 773 475, astrid.kaeswurm@lra-bgl.de über die Einsatzgebiete informieren und registrieren lassen.