Tätigkeitsbereiche in den Asyl-Helferkreisen

Ohne die vielen Ehrenamtlichen wäre die Betreuung der Asylbewerber nicht möglich. Ihre Aufgaben als Helfer sind schwerpunktmäßig die Hilfe zur Alltagsbewältigung in der Begleitung der Flüchtlinge. Auch sollten Ehrenamtliche im Falle von Zweifeln der Zuständigkeit, des Verhaltens oder Vorgehens nie zögern, den Asylsozialbetreuer zu kontaktieren.


Zu den Aufgaben der Ehrenamtlichen zählt nicht, Asylbewerber finanziell zu unterstützen. Es ist immer eine private Entscheidung, vielleicht einmal einen Eintritt zu übernehmen. Die Flüchtlinge sollten jedoch lernen, mit der staatlichen finanziellen Unterstützung auszukommen, um möglichst selbstständig den Alltag in Deutschland zu bewältigen. 


Die Ehrenamtlichen im Bereich Asyl sind im Landkreis Berchtesgadener Land in folgenden Tätigkeitsbereichen tätig:

Erstorientierung

Die zu uns in die Region kommenden Personen mit Fluchthintergrund halten sich unterschiedlich lang in Deutschland auf, bevor sie unserem Landkreis zugeteilt werden. Der Unterstützungsbedarf ist daher auch sehr unterschiedlich. Grundsätzlich ist es jedoch immer wichtig, die Neuankömmlinge über die öffentlichen Verkehrsmittel, Lebensmittelläden, Einkaufsmöglichkeiten, Apotheken, Arztpraxen, Kindergärten und Schulen zu informieren.  


ACHTUNG!

Eine rechtliche Beratung nur von Profis vornehmen lassen.

Begleitung bei Behördengängen und Arztbesuchen

Aufgrund von Unsicherheit und Verständigungsproblemen benötigen Asylsuchende oft Unterstützung bei Behördengängen, beim Ausfüllen von Formularen oder auch bei einer Terminvereinbarung mit dem Arzt. Außer im Notfall, muss immer vor einem Arztbesuch ein Krankenschein im Sozialamt beantragt werden. Falls eine Überweisung zu einem weiteren Arzt nötig ist, muss auch dies mit dem Sozialamt abgeklärt werden.  

Fahrradwerkstatt

Besonders in ländlichen Gegenden bedeutet das Fahrrad Mobilität und Eigenständigkeit für die Geflüchteten. Ein Großteil der Fahrräder ist gespendete Gebrauchtware. Daher bauen viele Helferkreise eine Fahrradwerkstatt auf, in der die Asylsuchenden ihre Fahrräder selbst reparieren können.  

Freizeitgestaltung

Gemeinsames Musizieren, Bergsteigen oder auch Museumsbesuche - all dies trägt zur Integration unserer neuen Mitbürger bei. Durch gemeinsame Ausflüge können Asylsuchende ihre neue Umgebung kennenlernen; ein Besuch im Café kann dabei helfen, Hürden zu überwinden; durch gemeinsames Kochen werden die lokalen Lebensmittel entdeckt. Ein gegenseitiges Kennenlernen auf Augenhöhe ermöglicht den geflüchteten Personen, in der neuen Gemeinschaft Anschluss zu finden.  

Integration in Vereine

Um den Personen mit Fluchthintergrund die Möglichkeit zu geben, an der Mehrheitsgesellschaft teilzuhaben, ist es wichtig, diese in Gemeinschaftsstrukturen, wie z.B. Vereine, zu integrieren.


Im Zusammenhang mit Sportvereinen kommt häufig die Frage nach der Unfall– und Krankenversicherung auf. Asylsuchende und Asylbewerber erhalten in medizinisch notwendigen Fällen die benötigten Krankenleistungen über das Asylbewerberleistungsgesetz. Außerdem sind Mitglieder in den meisten Vereinen über eine Sportversicherung abgesichert. Zu dieser Versicherung zählt auch die Haftpflichtversicherung. (Deutscher Fußball-Bund 2016) Alle Flüchtlinge und Asylbewerber können am Sportangebot eines BLSV Mitgliedsvereins teilnehmen. Durch die Sportversicherung für Flüchtlinge sind die Flüchtlinge und Asylbewerber im Rahmen der ARAG Sportversicherung abgesichert, auch wenn sie keine Mitglieder im Verein sind (www.sportintegration.de).

Patenschaften

Ob Sprach-, Familien- oder Hauspate - eine Patenschaft bedeutet die intensive Unterstützung einer Person mit Fluchthintergrund. Paten helfen, sich im Alltag zurechtzufinden, einen Arbeitsplatz zu finden und erfolgreich durch die Berufsschule zu kommen.

Unterstützung bei der Arbeitssuche

Grundsätzlich kann die Ausländerbehörde Asylsuchenden und Geduldeten nach 3 Monaten gestatteten Aufenthalts in Deutschland eine Arbeitserlaubnis erteilen. Vorerst besteht ein nachrangiger Arbeitsmarktzugang, d.h. für eine konkrete Beschäftigung muss eine Erlaubnis bei der Ausländerbehörde beantragt werden, die wiederum die Bundesagentur für Arbeit (BA) um Zustimmung anfragen muss.


Ausländern aus sogenannten sicheren Herkunftsstaaten, die nach dem 31. August 2015 einen Asylantrag gestellt haben, dürfen nicht arbeiten. Das Gleiche gilt für Geduldete aus sicheren Herkunftsstaaten, wenn ihr nach dem 31. August 2015 gestellter Asylantrag abgelehnt wurde (Bundesagentur für Arbeit 2015: 3).


Daher benötigen Geflüchtete, solange sie oben genannte Vorgaben erfüllen, Unterstützung bei der Suche nach einem Arbeitsplatz, beim Schreiben von Bewerbungen und beim Trainieren des Bewerbungsgespräches.  

Ausbildung

Schulische Berufsausbildungen sind für Asylsuchende sowie Geduldete rechtlich immer möglich und müssen nicht durch die Ausländerbehörde genehmigt werden.  Betriebliche Berufsausbildungen (duale Ausbildungen) können Asylbewerber ab dem vierten Monat und Geduldete, sofern kein Arbeitsverbot vorliegt, ab der Erteilung der Duldung beginnen, sofern die Ausländerbehörde dies erlaubt. Für den konkreten Ausbildungsplatz muss bei der Ausländerbehörde individuell eine Beschäftigungserlaubnis beantragt werden.

Hausaufgabenbetreuung

Durch fehlende Deutschkenntnisse und aufgrund unterschiedlicher Schulsysteme im Herkunftsland haben sowohl geflüchtete Schulkinder als auch Berufsschüler oft einen zusätzlichen Bedarf an Förderung. Durch intensive Hausaufgabenbetreuung können diese Probleme überwunden werden.

Deutschkurse

Lediglich diejenigen Personen, die während des Asylverfahrens eine hohe Bleibewahrscheinlichkeit besitzen, haben die Möglichkeit, vorzeitig einen Orientierungskurs zu besuchen. Daher ist es äußerst wichtig, ehrenamtliche Deutschkurse für die Personen anzubieten, die keinen Zugang zum Deutschunterricht haben. Ohne ausreichende Deutschkenntnisse ist keine oder nur eine geringe Teilnahme am gesellschaftlichen Leben möglich.


TIPP

Bei der lagfa bayern kann eine Sachkostenpauschale für ehrenamtliche Deutschkurse beantragt werden. Ehrenamtliche Sprachkurse und offizielle Integrationskurse, die im Landkreis Berchtesgadener Land angeboten werden, finden Sie hier. Dort sind auch nützliche Links für den ehrenamtlichen Sprachunterricht zu finden.