Depression - Es kann jeden von uns treffen

Gesundheit von Mensch & Tier
10. Oktober 2017

So begrüßte Landrat Georg Grabner die vielen interessierten Zuhörerinnen und Zuhöhrer, die zum Auftakt der Themenwoche „Aktiv gegen Depression“ in die Schön Klinik Berchtesgadener Land gekommen sind. Nach seinen und den Grußworten von Klinikleiter Philipp Hämmerle führten zwei Kurzvorträge in die Thematik ein. Im Anschluss konnten die Besucher die Ausstellung „LebensBilderReise“ besichtigen, die Betroffene in Bildern und Hörbeiträgen zu Wort kommen lässt.

Der Anstieg psychischer Erkrankungen stellt eine immer größer werdende Herausforderung an unsere Gesellschaft dar. Da auch das Krankheitsbild Depression immer häufiger vorkommt, widmet sich das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege in der aktuellen Schwerpunktkampagne diesem Thema. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml verfolgt damit das Ziel, psychische Erkrankungen aus der Tabuzone herauszuholen: „Depressionen dürfen nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Vielmehr sollte möglichst frühzeitig professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.“


Innerhalb der Gesundheitsregionplus  wurde das Thema fachbereichsübergreifend mit dem Amt für Soziales und Senioren, dem Amt für Kinder, Jugend und Familie und dem Gesundheitsamt aufgegriffen und gemeinsam mit zahlreichen Akteuren aus dem Bereich der psychischen Gesundheit ein breitgefächertes Programm zusammengestellt, das sich je nach Themenschwerpunkt an Interessierte, Betroffene, Nahestehende von Betroffenen sowie an Fachkräfte richtet. Es umfasst zwei Ausstellungen, sechs Vorträge sowie weitere Aktionen, wie einen Spaziergang und einen Kinofilm.


Landrat Georg Grabner wünscht sich, dass mit diesem Angebot ein Beitrag zur Aufklärung und Sensibilisierung geleistet werden kann: „Ein offenerer Umgang mit psychischen Erkrankungen unterstützt die Betroffenen und ihre Angehörigen darin, die zahlreichen Hilfs- und Unterstützungsangebote im Landkreis wahrzunehmen.“


Auch der Klinikleiter der Schön Klinik Berchtesgadener Land Philipp Hämmerle betont in seinem Grußwort, dass ein erhöhtes Verständnis psychischer Krankheiten auch die Arbeit des Fachzentrums für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Schön Klinik Berchtesgadener Land stärkt.


Dr. Robert Doerr, Chefarzt des Fachzentrums, erläutert das Krankheitsbild Depression anhand eines Eisberg-Modells, denn viele Patienten sind bislang unerkannt. Der Schritt, die Krankheit bewusst wahrzunehmen, offen darüber zu sprechen und sich Hilfe zu holen, fällt vielen schwer, da psychische Erkrankungen in unserer Gesellschaft leider zu oft noch als Tabuthema gelten. Dabei ist eine Depression gut behandelbar, je früher sie erkannt wird, desto besser.


Das späte Erkennen der Depression führt oftmals zu einem chronischen Verlauf, was sich bei Betroffenen insbesondere auf das Arbeitsleben auswirkt. Ist die Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz gefährdet, kann eine psychosomatische Reha beantragt sowie die Rückführung an den Arbeitsplatz eingeleitet werden. Hierzu erläutert Christoph Gensch von der Abteilung Rehabilitation der Deutschen Rentenversicherung die rechtlichen Hintergründe und Voraussetzungen.


Über Ursachen, Symptome und Therapiemöglichkeiten aufklären und informieren, Verständnis in der Bevölkerung schaffen und sensibilisieren und nicht zuletzt auf Anlaufstellen im Landkreis hinweisen  sind Ziele der Themenwoche.


Alle Termine der Woche finden Sie hier.

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Frau Gruber