Förderprogramm Geburtshilfe in Bayern

Im Herbst 2018 veröffentlichte das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege die Richtlinie zur Förderung der Geburtshilfe in Bayern. Die für die stationäre Versorgung und Hebammenhilfe sicherstellungsverpflichteten Landkreise und kreisfreien Städte haben damit die Möglichkeit, Maßnahmen zur Unterstützung, Stärkung und Sicherung der Hebammenversorgung in Geburtshilfe und Wochenbettbetreuung auf kommunaler Ebene anzustoßen.

Geplante Maßnahmen in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein

Um die Förderung in Anspruch zu nehmen, wurden mit den entsprechenden Akteuren (Hebammen, Kliniken Südostbayern AG) Maßnahmen entwickelt und die Fördermittel von den Landkreisen beantragt. Als erste Maßnahme, wurde – in Anbetracht der Kurzfristigkeit der Beantragung – eine finanzielle Unterstützung der Beleghebammen, als realistisch und umsetzbar angesehen. Zur Bedarfsermittlung und Planung weiterer Maßnahmen wurde die „Arbeitsgruppe Hebammenversorgung Landkreise BGL + TS“ eingerichtet. Mit Einrichtung einer „Netzwerkstelle Hebammenförderung“ am Bildungszentrum für Gesundheitsberufe  soll die Vernetzung gefördert, Rahmenbedingungen verbessert und Nachwuchs gewonnen werden.

Ziel der finanziellen Unterstützung von Beleghebammen

Die finanzielle Unterstützung von Beleghebammen soll insbesondere einen Anreiz für Berufsanfängerinnen/Wiedereinsteigerinnen zur freiberuflichen geburtshilflichen Tätigkeit darstellen, mit dem Ziel, die geburtshilfliche Versorgung in beiden Landkreisen auch künftig sicherzustellen bzw. zu verbessern. Der Zugewinn von weiteren Beleghebammen ist gleichzeitig eine Entlastung der bereits tätigen Beleghebammen. Sollten nach Auszahlung der finanziellen Unterstützung an die Berufsanfängerinnen/ Wiedereinsteigerinnen weitere finanzielle Mittel aus der bewilligten Förderung der Geburtshilfe in Bayern 2018 zur Verfügung stehen, erfolgt ebenso eine finanzielle Unterstützung der bereits tätigen Beleghebammen als Anerkennung und Wertschätzung der geleisteten Arbeit und des Engagements zur Sicherung der Geburtshilfe in beiden Landkreisen.

Bedingungen für den Erhalt der finanziellen Unterstützung

Mit dem Erhalt der finanziellen Unterstützung verpflichtet man sich, für die kommenden 3 Jahre als freiberufliche Beleghebamme für die Geburtshilfe am Klinikum Traunstein oder an der Kreisklinik Bad Reichenhall tätig zu sein. Sollte im Laufe dieser 3 Jahre eine Unterbrechung oder vorzeitige Beendigung der Tätigkeit erforderlich sein, kann der Landkreis den entsprechenden Anteil der finanziellen Unterstützung zurückfordern.

Antragsberechtigte

Die Beantragung zur finanziellen Unterstützung kann von allen freiberuflichen Beleghebammen, die derzeit oder künftig in der Geburtshilfe am Klinikum Traunstein oder an der Kreisklinik Bad Reichenhall tätig sind / sein werden, erfolgen.

Häufig gestellte Fragen

Die Maßnahme der finanziellen Unterstützung ist eine Förderung, die von den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein als kommunale Maßnahme im Rahmen des Förderprogramms für Geburtshilfe in Bayern ausgeht und zur Stärkung der geburtshilflichen Tätigkeit in den Kliniken Südobstbayern dienen soll. Sie ist eine zunächst einmalige Förderung, die durch die bewilligte Förderung im Förderprogramm Geburtshilfe in Bayern von 2018 nun umgesetzt wird.

Der bayerische Hebammenbonus ist eine gesamt-bayerische Initiative des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege und kann beim Bayerischen Landesamt für Pflege beantragt werden. Freiberufliche Hebammen erhalten jährlich 1.000 Euro, wenn sie  mindestens vier betreute Geburten pro Jahr nachweisen können. Nähere Informationen: www.hebammenbonus.bayern.de.

Das bayerische Hebammen-Gründerpaket wurde im Dezember 2018 vom Ministerrat beschlossen. Dabei handelt es sich um eine einmalige Niederlassungsprämie von 5.000 Euro, die freiberuflichen Hebammen den Berufseinstieg erleichtern soll, um so das Angebot insbesondere in der Geburtshilfe und der Wochenbettbetreuung auszubauen. Die Auszahlung der Prämie ist zum Ende des Ausbildungsjahres ab September 2019 vorgesehen. Aktuelle Informationen unter www.stmgp.de.

Dauerhaft steht die Vernetzung der Hebammen und weiteren Berufsgruppen rund um die Geburt im Fokus. Ein erster Schritt wird der Aufbau von Maßnahmen zur beruflichen Aus- und Weiterbildung sein. Weiterhin sollen in Zusammenarbeit mit den Hebammen vor Ort Maßnahmen entwickelt werden, die die Rahmenbedingungen der beruflichen Tätigkeit verbessern und zum Beispiel einheitliche Qualitätsstandards entwickelt werden. Auch die sektorenübergreifende Zusammenarbeit mit entsprechenden Partnern in den Netzwerken der Gesundheitsregionenplus soll forciert werden.