Integrationslotsinnen für den Landkreis Berchtesgadener Land

Die Integration der in den letzten Jahren zugewiesenen Flüchtlinge und Zuwanderer stellt den Landkreis Berchtesgadener Land vor eine große Herausforderung. Hauptamtliche Akteure stehen ebenso wie ehrenamtlich tätige HelferInnen vor neuen Aufgaben. Oft gilt es Problemlösungen zu finden oder se sind Hilfestellungen erforderlich, die flächendeckend im Landkreis Berchtesgadener Land benötigen werden und nicht nur den Einzelfall betreffen.

 

Um hier bereits bestehende Strukturen zu unterstützen und zu erweitern, landkreisweite Lösungen zu finden und eine noch bessere Vernetzung der Akteure im Themenfeld „Integration“ zu fördern, wurde Mitte des Jahres 2017 die Stelle der Integrationslotsin im Landratsamt Berchtesgadener Land eingerichtet. Dieses Projekt wird zum Teil aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration gefördert.


In den letzten Monaten haben sich die Aufgabenfelder in der Flüchtlingsarbeit stark verändert. Themen wie Flucht, Ankommen und unkomplizierte Soforthilfe haben sich verschoben. Nun muss Integration langfristig gewährleistet werden. Dabei stehen vor allem Sprache, Beruf und Ausbildung sowie  Wohnraum für zugewanderte Personen im Vordergrund. Auch die Helferkreise stellen sich dieser inhaltlichen Veränderung.

Tätigkeitsbereich der Integrationslotsinnen

  • Vernetzung der regionalen Akteure
  • Ansprechpartner für Initiativen und Verbände, Bürgerinnen und Bürger
  • Koordination und Unterstützung von ehrenamtlich tätigen IntegrationsbegleiterInnen
  • Ansprechpartner und Netzwerker für ehrenamtliche IntegrationsbegleiterInnen und Helferkreise
  • Organisation und Durchführung von Veranstaltungen und Schulungen
  • Umsetzung von professionellem Freiwilligenmanagement
  • Wohnraum für Menschen mit Migrationshintergrund

Projekte

Am 9. Februar 2018 findet erstmalig eine Integrationskonferenz im Landratsamt Berchtesgadener Land statt. Ehrenamtliche HelferInnen und in der Migrationsarbeit tätige Organisationen können sich über das regional bestehende Angebot informieren und sich vernetzen. Kerstin Schreyer, Integrationsbeauftragte der Staatskanzlei wird über die allgemeine Integrationssituation in Bayern referieren.

Der Zugang zum Wohnungsmarkt gestaltet sich für Flüchtlinge schwierig. Ab Herbst wird daher das Projekt „Mieterqualifizierung – Fit für die eigene Wohnung – Neusässer Konzept“ angeboten.


Die wohnungssuchenden Flüchtlinge werden über ihre Rechte und Pflichten wie Heizen und Lüften, Brandschutz, Einhalten von Ruhezeiten, die Mülltrennung und die Hausordnung aufgeklärt.


Damit sollen Ängste abgebaut und die Mietchancen von anerkannten Asylbewerbern verbessert werden.

Ein seit Jahren bestehendes Problem ist das Fehlen von Dolmetschern, die bei Vorsprachen bei Behörden, Sozialarbeitern, Ärzten und in Helferkreisen eingesetzt werden können. Zudem werden Dolmetscher in den meisten Fällen recht kurzfristig benötigt.


Es ist nicht nur die „Sprachmittlung“, sondern immer auch der interkulturelle Dialoge notwendig, der neben dem Fachwortschatz umfangreiches Fach- und Weltwissen aus beiden Kulturen erfordert. Richtige Dolmetschertechniken, Notiztechnik, Wissen und Hintergründe zu Fragen wie Schweigepflicht, Vollständigkeit und Neutralität sind wichtige Punkte.


Um dies alles zu lernen und auch mit Konfliktsituationen umgehen zu können, braucht es neben theoretischem Input auch ausgiebige praktische Übungssequenzen mit fachlicher Reflexion.


Die Schulung wird 12 Flüchtlingen im Landkreis Berchtesgadener Land angeobten. Voraussetzung sind gute Deutschkenntnisse.


Die Ausbildung umfasst einen dreistündigen Auswahlabend für potentielle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, 12 Schulungsmodule mit insgesamt 30 Stunden und theoretischer sowie praktischer Abschlussprüfung und eine anschließende individuelle Praxisbegleitung.


Der Auswahlabend für Interessierte findet am

Mittwoch, 27. September 2017 um 17:00 Uhr
im Landratsamt Berchtesgadener Land


statt.

Eine Voranmeldung per E-Mail oder telefonisch ist erforderlich.

Geschätzt 350 ehrenamtliche Helfer unterstützen im Landkreis Berchtesgadener Land tagtäglich MigrantInnen in allen Lebenssituationen. Dabei geraten auch oft die Helfer selbst an ihre Grenzen und benötigen Unterstützung.


In einer ersten Grundlagenschulung werden die TeilnehmerInnen sensibilisiert für Einseitigkeit und Voreingenommenheit. Sie erlernen aktives Zuhören und eine wertschätzende Kommunikation. Wo ist meine persönliche Distanzzone? Wie „anders“ sind die Werte und Normen von Menschen aus anderen Ländern?


Eine weitere Grundlagenschulung wird in Kooperation mit dem Malteser Hilfsdienst am 03. März von 09:00 Uhr bis ca. 16:00 Uhr im Haus der Malteser in Bad Reichenhall durchgeführt. Anmeldungen sind ab sofort möglich.


Zum Ende dieser ersten Grundlagenschulung werden Themenschwerpunkte definiert, die für die einzelnen KursteilnehmerInnen wichtig sind.


AbsolventInnen der ersten Grundlagenschulung werden am 16. März um 17:30 Uhr - ihrem Wunsch entsprechend - zum Thema Interkulturelle Kompetenz geschult.


In einer vorher ab 15:00 Uhr stattfindenden Informationsveranstaltung, die für alle Interessierten ohne Anmeldung besucht werden kann, informieren Vertreter von Jugendamt, Sozialamt, Ausländeramt und Jobcenter über täglich relevante Flüchtlingsthemen.

Die vom Umweltbundesamt festgestellte Wohlfühltemperatur liegt zwischen 20 und 22 Grad Celsius. Jeder Grad mehr erhöht den Energieverbrauch um ca. 6 %. Flüchtlingen ist unser Empfinden für Stromverbrauch anfangs oft noch sehr fremd. Das für unsere Breitengrade richtige Heiz- & Lüftverhalten müssen Flüchtlinge erst erlernen.


Eine kleine Hilfestellung bietet nun die etwa scheckkartengroße Wohlfühlkarte. Die Karte ist mit einem Testfeld versehen, das sich je nach Feuchtegrad verfärbt. Gemeinsam mit einem Thermometer, das anzeigt, wie warm es tatsächlich im Raum ist, führt der Gebrauch der Wohlfühlkarte oft zu überraschenden Ergebnissen. Das eigene Empfinden ist oft sehr unterschiedlich zum tatsächlichen Messergebnis.


Eine erste kurze Probephase zeigt bereits, dass sich durch den Einsatz der Karte das Heiz- und Lüftverhalten verbessert.

Weitere Projekte sind in Planung!

Ideen, Meinungen und Mitwirkung sind wichtig.


Setzen Sie sich daher gerne bei jeder Frage, jeder Bitte und jedem Problem mit den Integrationslotsinnen in Verbindung.