Integrationslotsinnen für den Landkreis Berchtesgadener Land

Die Integration der in den letzten Jahren zugewiesenen Flüchtlinge und Zuwanderer stellt den Landkreis Berchtesgadener Land vor eine große Herausforderung. Hauptamtliche Akteure stehen ebenso wie ehrenamtlich tätige HelferInnen vor neuen Aufgaben. Oft gilt es Problemlösungen zu finden oder se sind Hilfestellungen erforderlich, die flächendeckend im Landkreis Berchtesgadener Land benötigen werden und nicht nur den Einzelfall betreffen.

 

Um hier bereits bestehende Strukturen zu unterstützen und zu erweitern, landkreisweite Lösungen zu finden und eine noch bessere Vernetzung der Akteure im Themenfeld „Integration“ zu fördern, wurde Mitte des Jahres 2017 die Stelle der Integrationslotsin im Landratsamt Berchtesgadener Land eingerichtet. Dieses Projekt wird zum Teil aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration gefördert.


In den letzten Monaten haben sich die Aufgabenfelder in der Flüchtlingsarbeit stark verändert. Themen wie Flucht, Ankommen und unkomplizierte Soforthilfe haben sich verschoben. Nun muss Integration langfristig gewährleistet werden. Dabei stehen vor allem Sprache, Beruf und Ausbildung sowie  Wohnraum für zugewanderte Personen im Vordergrund. Auch die Helferkreise stellen sich dieser inhaltlichen Veränderung.

Tätigkeitsbereich der Integrationslotsinnen

  • Vernetzung der regionalen Akteure
  • Ansprechpartner für Initiativen und Verbände, Bürgerinnen und Bürger
  • Koordination und Unterstützung von ehrenamtlich tätigen IntegrationsbegleiterInnen
  • Ansprechpartner und Netzwerker für ehrenamtliche IntegrationsbegleiterInnen und Helferkreise
  • Organisation und Durchführung von Veranstaltungen und Schulungen
  • Umsetzung von professionellem Freiwilligenmanagement
  • Wohnraum für Menschen mit Migrationshintergrund

Projekte

Der Zugang zum Wohnungsmarkt gestaltet sich für Migranten oft schwierig. Seit Herbst 2017 wird daher das Projekt „Mieterqualifizierung – Fit für die eigene Wohnung – Neusässer Konzept“ in verschiedenen Gemeinden und Städten des Landkreises angeboten. Das Neusässer Konzept ist eine durch das StMAS Bayern empfohlenes Best Practise Schulung.


Derzeit durchgeführt werden Schulungen in Bad Reichenhall. Ab April/Mai finden weitere Schulungen in Freilassing und Laufen statt.


Eine Anmeldung für die Schulung ist jederzeit möglich.


Den Abschluss bildet jeweils ein Praxismodul Brandschutz & Haushaltsgeräte-Schulung, an dem alle Interessierten, nach vorheriger Anmeldung, teilnehmen können.

Ein seit Jahren bestehendes Problem ist das Fehlen von Dolmetschern, die bei Vorsprachen bei Behörden, Sozialarbeitern, Ärzten und in Helferkreisen eingesetzt werden können. Zudem werden Dolmetscher in den meisten Fällen recht kurzfristig benötigt.


Es ist nicht nur die „Sprachmittlung“, sondern immer auch der interkulturelle Dialoge notwendig, der neben dem Fachwortschatz umfangreiches Fach- und Weltwissen aus beiden Kulturen erfordert. Richtige Dolmetschertechniken, Notiztechnik, Wissen und Hintergründe zu Fragen wie Schweigepflicht, Vollständigkeit und Neutralität sind wichtige Punkte.


Um dies alles zu lernen und auch mit Konfliktsituationen umgehen zu können, braucht es neben theoretischem Input auch ausgiebige praktische Übungssequenzen mit fachlicher Reflexion.


In einer ersten Schulung wurden 12 Migranten aus unterschiedlichen Herkunftsländern ausgebildet. Der größte Bedarf an Sprachmittlung liegt in den Flüchtlingssprachen, so dass vorwiegend Teilnehmer ausgebildet wurden, die Flüchtlingssprachen dolmetschen können.


Der Ausbildung voran ging ein dreistündiger Auswahlabend für potentielle Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Ausbildung erfolgte in insgesamt 12 Schulungsmodulen mit insgesamt 30 Stunden, theoretischer sowie praktischer Abschlussprüfung und einer anschließenden individuellen Praxisbegleitung.


Derzeit wird festgestellt, ob mit der Ausbildung ein ausreichendes Angebot geschaffen wurde, oder ob der Bedarf für eine zweite Ausbildungsrunde besteht.


Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich für eine evtl. stattfindende zweite Ausbildungsrunde bereits voranmelden.

Geschätzt 350 ehrenamtliche Helfer unterstützen im Landkreis Berchtesgadener Land tagtäglich MigrantInnen in allen Lebenssituationen. Dabei geraten auch oft die Helfer selbst an ihre Grenzen und benötigen Unterstützung. Aus diesem Grund bieten die Integrationslotsinnen für den Landkreis Berchtesgadener Land eine Ausbildung zu Integrationsbegleitern an.


In einer ersten Grundlagenschulung werden die TeilnehmerInnen sensibilisiert für Einseitigkeit und Voreingenommenheit. Sie erlernen aktives Zuhören und eine wertschätzende Kommunikation. Wo ist meine persönliche Distanzzone? Wie „anders“ sind die Werte und Normen von Menschen aus anderen Ländern?


Eine weitere Grundlagenschulung wird am

Samstag, 14.04.2018 von 09:00 bis 16:00 Uhr

in Kooperation mit dem Malteser Hilfsdienst und der Caritas im Haus der Malteser in Bad Reichenhall durchgeführt. Anmeldungen bitte an astrid.kaeswurm(at)lra-bgl.de oder andera.krammer(at)lra-bgl.de.


Zum Ende dieser ersten Grundlagenschulung werden Themenschwerpunkte definiert, die für die einzelnen KursteilnehmerInnen wichtig sind.


Die Ausbildung von Integrationsbegleitern beruht auf einer Empfehlung des StMAS und entspricht dem vom Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement Bayern erstellten Rahmencurriculum.

Die vom Umweltbundesamt festgestellte Wohlfühltemperatur liegt zwischen 20 und 22 Grad Celsius. Jeder Grad mehr erhöht den Energieverbrauch um ca. 6 %. Flüchtlingen ist unser Empfinden für Stromverbrauch anfangs oft noch sehr fremd. Das für unsere Breitengrade richtige Heiz- & Lüftverhalten müssen Flüchtlinge erst erlernen.


Eine kleine Hilfestellung bietet nun die etwa scheckkartengroße Wohlfühlkarte. Die Karte ist mit einem Testfeld versehen, das sich je nach Feuchtegrad verfärbt. Gemeinsam mit einem Thermometer, das anzeigt, wie warm es tatsächlich im Raum ist, führt der Gebrauch der Wohlfühlkarte oft zu überraschenden Ergebnissen. Das eigene Empfinden ist oft sehr unterschiedlich zum tatsächlichen Messergebnis.


Eine erste kurze Probephase zeigt bereits, dass sich durch den Einsatz der Karte das Heiz- und Lüftverhalten verbessert.

Weitere Projekte sind in Planung!

Ideen, Meinungen und Mitwirkung sind wichtig.


Setzen Sie sich daher gerne bei jeder Frage, jeder Bitte und jedem Problem mit den Integrationslotsinnen in Verbindung.

Die Stellen der Integrationslotsinnen werden gefördert durch: