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Starkes Zukunftssignal für die Bildung

Landkreis
04. Juni 2025

Mit einer feierlichen Einweihungszeremonie ist die Fachakademie für Sozialpädagogik in Freilassing offiziell ihrer Bestimmung übergeben worden. Seit September 2024 werden dort staatlich anerkannte Erzieherinnen und Erzieher im Rahmen eines Studiums wohnortnah ausgebildet. Einmal mehr wurde dabei deutlich: Angesichts der wachsenden Herausforderungen im sozialen Bereich ist die Qualifizierung von Fachkräften unerlässlich und ein entsprechendes Bildungsangebot vor Ort eine wertvolle Investition in die Zukunft der Kleinsten.


Gäste aus Politik, Bildung und Gesellschaft waren zusammengekommen, um gemeinsam mit den Studierenden ihre Freude über dieses neue Angebot im Berchtesgadener Land zum Ausdruck zu bringen. 

„Mit der Ansiedlung der Fachakademie in Freilassing schaffen wir einen attraktiven Bildungsstandort, der junge Menschen aus der Region und darüber hinaus anzieht“, betonte Landrat Bernhard Kern in seinem Grußwort. Die acht Studierenden des ersten Jahrgangs beglückwünschte er zu ihrer Entscheidung für den Erzieherberuf, denn den Kleinsten zu helfen, glücklich zu sein, sei die beste Vorbereitung für die Zukunft. 

Vergleichsweise schnell konnte das Projekt am Staatlichen Berufsschulzentrum Berchtesgadener Land baulich verwirklicht werden. Nachdem der Kreistag im März 2023 grünes Licht für das Vorhaben gegeben hatte, war der Modulbau binnen eineinhalb Jahren fertig und mit einer Investitionssumme von 2,2 Millionen Euro um eine halbe Million Euro günstiger, als ursprünglich veranschlagt. Der Dank des Kreischefs gilt den Bayerischen Staatsministerien für Unterricht und Kultus sowie Finanzen und Heimat, der Regierung von Oberbayern, dem Kreistag BGL, der Schulleitung des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums, den Lehrkräften, Planern und Baufirmen, der Stadt Freilassing und den Mitarbeitern des Landratsamts. Der Fachakademie wünschte er eine gedeihliche Zukunft.


Kinderbetreuung entscheidend für Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Wie Freilassings Bürgermeister Markus Hiebl betonte, sei eine gute Kinderbetreuung längst kein „Nice-to-have“ mehr, sondern ein entscheidender Faktor für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf am Wirtschaftsstandort Freilassing und diese Bildungseinrichtung somit ein Gewinn. Der Beruf des Erziehers sei nicht nur pädagogische Arbeit, sondern Arbeit an der Gesellschaft. Der Bürgermeister dankte allen, die zum Entstehen der Fachakademie beigetragen haben. Den Studierenden wünschte er Freude an der Ausbildung, gute Erfahrungen, engagierte Lehrkräfte sowie das Bewusstsein, dass sie etwas tun, was wirklich zählt.


Schulleiterin Sabine Ofner richtete ihren Dank für die rasche Umsetzung des Modulbaus am Berufsschulzentrum an die Projektplanung am Landratsamt, die Projektsteuerung, an Architekten, Landschaftsplaner sowie die Stadt Freilassing. Sie brachte ihre Freude zum Ausdruck, dass die Schule den Bau-Prozess eng begleiten durfte, zum Beispiel bei der Gestaltung eines Bewegungsraums. Als Glücksfall bezeichnete sie das Engagement vieler Lehrkräfte, das Projekt gemeinsam voranzutreiben. Nun gelte es, die Fachakademie im Landkreis zu etablieren und die Werbetrommel zu rühren, etwa durch Auftritte bei regionalen Messen, bei Info-Tagen von Mittel- und Realschulen, mit Info-Abenden, durch Pressearbeit sowie einem eigenen Instagram-Account. 

Üblicherweise kommen die Studierenden von der Berufsfachschule für Kinderpflege, die im Berchtesgadener Land in Bischofswiesen unter der Trägerschaft des CJD angesiedelt ist. Sie sorgen für eine Personaldecke der Kindertagesstätten im Landkreis. Das Konzept der Fachakademie in Freilassing sieht Vollzeitunterricht über zwei Jahre sowie ein Berufspraktikum im dritten Jahr vor. Dieser finanzielle Aspekt sei auch als zusätzlicher Anreiz für potentielle Studierende zu werten, so die Schulleiterin. Weitere Zugänge, zum Beispiel über ein sozialpädagogisches Einführungsjahr für Realschulabsolventen, derzeit in Traunstein, oder ein direkter Zugang über die Fachoberschule in Freilassing mit Schwerpunkt Soziales oder mit Abitur und einschlägigem Praktikum seien gute zukunftsweisende Wege. 


Architekt Arndt Sänger bezeichnete den Modulbau als einfache und praktisch nutzbare Option mit Qualität, durch die es gelungen ist, einen Ort zu schaffen, der für eine gewisse Zeit als Übergang dient, bis die Hauptmaßnahmen zum Neubau des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums (BSZ) Berchtesgadener Land abgeschlossen sind. Gemeinsam mit Landrat Bernhard Kern übergab er verbunden mit den besten Wünschen einen symbolischen Schlüssel, den die Studierenden gestaltet hatten, an Schulleiterin Sabine Ofner. 


Die beiden Pfarrer Lucjan Banko und Ewald Seißler erbaten mit geistlichen Impulsen, Gebeten, einer Lesung aus der Bibel und dem Weihwassersegen in allen Räumen den Schutz, Gesundheit und Frieden für die Fachakademie. Den jungen Studierenden wünschte der evangelische Stadtpfarrer, der selbst diplomierter Sozialpädoge ist, in diesem schweren Beruf kompetent bestehen zu können. 


Studierende berichteten im Anschluss an den Festakt den interessierten Gästen, welche Vorbildung sie genossen haben und welche Erfahrungen sie bereits an der Schule sammeln konnten. Vor allem die Chance auf das Arbeiten in leitenden Positionen direkt „vor der Haustüre“ werteten einige dabei als unschlagbares Argument. Und so war es den jungen Menschen auch eine besondere Freude, gemeinsam mit dem Organisationsteam aus Schulleitung, Lehrerschaft und Verwaltungskräften ein kurzweiliges und gelungenes Einweihungsfest auf die Beine zu stellen.