In Deutschland erkrankten laut RKI in den vergangenen Jahren ca 75.000 Frauen und 750 Männer jährlich neu an Brustkrebs. Damit ist Brustkrebs die mit Abstand häufigste bösartige Tumorerkrankung bei Frauen. Jede achte Frau erkrankt im Laufe Ihres Lebens an Brustkrebs, wenn man bekannte Inzidenzraten zu Grunde legt.
Auch bei den Sterbefällen zeigt sich die Bedeutung der Erkrankung: Laut RKI verstarben allein im Jahr 2023 18.527 Frauen und 186 Männer an Brustkrebs. Diese Zahlen machen deutlich: Brustkrebs betrifft besonders viele Frauen und ihre Familien.
Gleichzeitig gibt es auch gute und hoffnungsvolle Nachrichten. Die Möglichkeiten der Früherkennung und Behandlung sind in den vergangenen Jahrzehnten deutlich weiterentwickelt worden. Brustkrebs ist heute in vielen Fällen gut behandelbar, insbesondere wenn er früh erkannt wird.
Brustkrebs vorbeugen: Was jede Frau tun kann
Nicht jede Brustkrebserkrankung lässt sich verhindern. Alter, genetische Disposition und andere nicht beeinflussbare Faktoren spielen bei der Entstehung eine Rolle. Dennoch gibt es Lebensgewohnheiten, mit denen sich das persönliche Erkrankungsrisiko beeinflussen lässt.
Dazu gehören regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, das Vermeiden von Übergewicht sowie möglichst wenig oder kein Alkoholkonsum. Auch der Verzicht auf das Rauchen trägt zur Krebsprävention bei. Fachleute weisen darauf hin, dass ein gesunder Lebensstil das Brustkrebsrisiko senken, eine Erkrankung aber nicht sicher verhindern kann.
„Prävention bedeutet nicht, dass eine Erkrankung mit Sicherheit verhindert werden kann. Es geht vielmehr darum, die eigenen Einflussmöglichkeiten zu kennen und zu nutzen“, erklärt Dr. Burkhild Knauth, Fachbereichsleiterin des staatlichen Gesundheitsamts Berchtesgadener Land.
Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Teilnahme an den empfohlenen Früherkennungsuntersuchungen. Bereits Frauen ab 30 Jahren können jährlich eine Untersuchung der Brust bei ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt in Anspruch nehmen. Das bundesweite Mammographie-Screening richtet sich derzeit an Frauen im Alter von 50 bis 75 Jahren und wird alle zwei Jahre angeboten. Die Teilnahme ist freiwillig und wird von der gesetzlichen Krankenkasse finanziert. Im Einzelfall können aber auch Frauen unter 50 Jahren diagnostische Mammographie über die gesetzliche Krankenkasse erhalten.
Selbsthilfe: Gemeinsam mit der Erkrankung umgehen
Eine Brustkrebserkrankung betrifft nicht nur den Körper. Die Diagnose löst Ängste aus, wirft verschiedenste Fragen auf und verändert den Alltag grundlegend. Für viele Betroffene kann es deshalb hilfreich sein, sich mit anderen Frauen auszutauschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
Selbsthilfegruppen sind eine starke Ressource für Betroffene von onkologischen Erkrankungen. Erkrankte und Angehörige, die am Aufbau einer wohnortnahen Gruppe im Landkreis interessiert sind, müssen diesen Schritt nicht alleine gehen: unter anderem die Selbsthilfekontaktstelle Freilassing, telefonisch erreichbar unter +49 8654-7704473, unterstützt gern bei der Gründung sowie bei der Organisation einer Gruppe und stellt Räume für Treffen bereit.
Selbsthilfe bedeutet vor allem: verstanden werden, Erfahrungen austauschen, Fragen stellen und Menschen begegnen, die nachvollziehen können, was eine Brustkrebserkrankung im eigenen Leben verändert.
„Manchmal hilft es schon sehr, mit Menschen zu sprechen, die nicht alles erklärt bekommen müssen, weil sie vieles selbst erlebt haben. Selbsthilfe kann einen Raum schaffen, in dem man sich angenommen und verstanden fühlt“, so Dr. Knauth.
Telefonberatung des Gesundheitsamtes im Oktober
Das Gesundheitsamt Berchtesgadener Land bietet den Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen des Aktionsmonats Oktober außerdem die Möglichkeit an, sich telefonisch, kostenlos und auf Wunsch anonym rund um das Thema Brustkrebsvorsorge beraten zu lassen. Mit dem Angebot möchte das Gesundheitsamt über Vorsorge- und Früherkennungsmöglichkeiten informieren sowie dabei helfen, persönliche Fragen unkompliziert und vertraulich zu klären. Bei den Beratungsgesprächen können unter anderem Fragen zu Untersuchungsmöglichkeiten und Vorsorgeintervallen besprochen werden. Auch wer unsicher ist, welche Vorsorgeangebote für das eigene Alter infrage kommen, kann sich an die Beratungsstelle wenden.
Die telefonische Beratung ist kostenlos und vertraulich, findet einmal wöchentlich zu unterschiedlichen Terminen, sowie ohne Voranmeldung statt.
Telefonnummer: +49 8651 773-818
Dienstag, 6. Oktober 11:00 – 12:00 Uhr
Donnerstag, 15. Oktober 15:00 – 16:00 Uhr
Montag, 19. Oktober 14:00 – 15:00 Uhr
Donnerstag, 29. Oktober 15:00 – 16:00 Uhr
Die Beratung ist als unverbindliches Informationsangebot gedacht und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder individuelle medizinische Beratung. Mit dem Angebot möchte das Gesundheitsamt dazu beitragen, Berührungsängste abzubauen und Frauen einen leichteren Zugang zu Informationen über Brustkrebsvorsorge und -Früherkennung zu ermöglichen.
Brustgesundheit geht uns alle an
Gesundheit bedeutet auch, Fragen stellen zu dürfen, Unterstützung anzunehmen und mit seinen Erfahrungen nicht allein zu bleiben. Der Brustkrebsmonat Oktober ist damit auch für die Bevölkerung im Berchtesgadener Land mehr als ein Aktionstag oder eine Informationskampagne. Er bietet Gelegenheit, sich mit der eigenen Gesundheit auseinanderzusetzen, Vorsorge- und Früherkennungsangebote wahrzunehmen und über das Thema Brustkrebs zu sprechen.
Das Gesundheitsamt lädt Frauen im Landkreis Berchtesgadener Land ganz besonders dazu ein, den Aktionsmonat Oktober zu nutzen, sich unkompliziert und kostenlos zu informieren.