Es sind Gedanken die viele Garten- und Streuobstwiesenbesitzer jedes Jahr aufs Neue begleiten: „Wenn ich schneide, trägt er nicht – und wenn ich nicht schneide, auch nicht“ oder „der Baum macht jede Menge Triebe aber keine Früchte“. Aus Angst, dem Baum zu schaden, bleibt die Schere oft liegen – oder dem Baum werden lediglich alle frischen „Spitzen geschnitten“, mit anschließendem „Aha-Effekt“ in Form von wilden Wasserschossen. Die Krone wird dichter, die Ernte kleiner und der Frust größer.
Der zweitägige Obstbaum-Schnittkurs unter der Leitung des Kreisgartenfachberaters Sepp Stein vom Landratsamt Berchtesgadener Land beginnt am Freitag, 13. Februar, um 09:00 Uhr im Berggasthaus Zipfhäusl in Ramsau. Los geht es mit den theoretischen Grundlagen zur Pflege von Hoch- und Halbstämmen; Kronenaufbau nach Öschberg, Baumpflanzung, Wachstumsgesetzte und Ökologie. Nach dem Mittagessen folgt die Praxis zum Erziehungsschnitt an Jungbäumen auf einer Fläche in der Nähe des Hintersees.
Der zweite Tag steht ganz im Zeichen der Praxis. Auf einer Streuobstwiese in Guggenberg, zwischen Anger und Teisendorf gelegen, werden die Kursteilnehmer von 8:30 bis ca. 16:00 Uhr an ausgewachsenen Bäumen im Vollertrag üben.
Die Teilnehmerzahl ist auf 20 begrenzt. Beim Praxisteil werden Kleingruppen gebildet, die jeweils von einem erfahrenen Obstbaumwart betreut werden. So ist garantiert, dass jeder Teilnehmer genug Zeit im Baum verbringt, um ein Gefühl für die Sache zu bekommen. Für Mitglieder eines Gartenbauvereins ist die Teilnahme kostenlos. Für Nicht-Gartenbauvereinsmitglieder beträgt der Unkostenbeitrag 50 Euro pro Person. Idealerweise bringen die Teilnehmer schon etwas Erfahrung mit.
Anmeldungen sind bis zum 7. Februar bei Kreisgartenfachberater Sepp Stein unter +49 8651 773-853 oder per E-Mail an kreisgartenfachberatung@lra-bgl.de möglich.
Wer an diesem Termin keine Zeit hat, oder wenn die maximale Teilnehmeranzahl bereits erreicht ist, kann hier die Grundlagen des Obstbaumschnittes gemütlich per Video abrufen.